Der "Guggiföhn" ist ein ständiger Begleiter der Weltcuprennen auf der Lauberhorn-Abfahrt, immer wieder ziehen teils heftige Windböen zwischen Eiger, Mönch und Jungfrau herum. So auch am Samstagmorgen vor dem Start der klassischen Lauberhorn-Abfahrt in Wengen. Die Rennleitung entschied sich frühzeitig, den Start nach unten zu verlegen, an die Kante des berüchtigten Hundschopfs, damit fehlte dem Weltcuprennen beinahe eine ganze Fahrminute.
Die Verlegung nach unten war für FIS-Mann Waldner jedoch ein Fehler, wie der Südtiroler nach dem Rennen im "Blick" klarmachte. In der Rennleitung herrschte dicke Luft. "Ich bin verärgert! Und zwar, weil ich offensichtlich einen falschen Wetterbericht erhalten habe", schäumte der Renndirektor.
Zwar gab es zunächst durchaus böigen Wind im obersten Streckenteil, doch der hatte sich mit dem Rennstart um 12.30 Uhr bereits verzogen. "Gemäß dem offiziellen Wetterdienst des Veranstalters hätte es im oberen Abschnitt den ganzen Tag winden sollen. Doch beim Rennstart war es oben windstill", erklärte Waldner. Einem Rennen über die volle Länge der Lauberhornstrecke wäre also nichts mehr im Weg gestanden.
Kritik kommt derweil auch vom "ORF"-Experten Hans Knauß, der für die frühzeitige Verlegung ebenso wenig Verständnis zeigte. "Wir müssen aufpassen, dass wir in unserem Sport nicht übervorsichtig werden. Der Wind ist beim Hundschopf kein großes Problem, weil er gut geschützt ist. Und wenn schon nicht von ganz oben, hätte ich wenigstens vom früheren Start der Kombi-Abfahrt das Rennen gestartet. Eine Lauberhorn-Abfahrt ohne den Sprung über den Hundschopf ist in meinen Augen keine richtige Lauberhornabfahrt", so der Steirer.
"Der Guggiföhn wird für die Meteorologen immer total unberechenbar bleiben", hieß es vonseiten der Veranstalter, die betonten, dass es bis eine Stunde vor Rennstart stark windig gewesen war. Man habe sich deshalb frühzeitig zur Verlegung des Starts entschieden, um das Rennen abzusichern.
Eine Entscheidung, die auch der Schweizer Skiverband so unterstützt. "Es hätte niemandem geholfen, wenn wir um 12.30 Uhr das Rennen vom Originalstart lanciert hätten und um 13 Uhr der Guggiföhn aufgekommen wäre", meinte Tom Stauffer vom Schweizer Verband. Das Weltcuprennen hätte dann abgebrochen werden müssen.