Europas größter Wettskandal - jetzt sind neue schockierende Informationen an die Öffentlichkeit gekommen: Köche und Ärzte sollen gegen Geld Spieler vergiftet haben, um den Ausgang wichtiger Matches zu beeinflussen. Welche Partien in Österreich von der Wettmafia manipuliert wurden, ist nach wie vor geheim.
Köche von Luxushotels und Mannschaftsärzte von der Wettmafia bestochen, um wichtige Spieler außer Gefecht zu setzen - die Vorwürfe im größten Wettskandal der euorpäischen Fußballgeschichte werden immer drastischer.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum zufolge seien die Ärzte und Köche angewiesen worden, "einzelne Spieler im Sinne russischer Methoden zu vergiften, damit diese für einzelne Partien ausfallen", sagte der Anwalt Burkhard Benecken. Der Advokat vertritt einen Beschuldigten, ihm wurde Akteneinsicht gewährt.
Auch Gewalt als Mittel zum Zweck
Doch es kommt noch schlimmer: Die Mafiapaten schreckten auch vor Gewalt nicht zurück. So wird dem Mandanten Beneckens Menschenraub und Bandenbetrug vorgeworfen. Der 30-Jährige - er sitzt in Untersuchungshaft - soll im Vorjahr einen Wettanbieter aus Nürnberg wegen Spielschulden vier Tage lang in einem Keller eingesperrt haben.
Die Ermittler nehemn an, dass der Beschuldigte zu den führenden Figuren der Wettmafia zählt. Gemeinsam mit sechs weiteren Personen habe er fast eine Million Euro durch manipulierte Partien in der Schweiz, Belgien, der Türkei, Slowenien und Kroatien gemacht.
Die Zeitung Westfalen-Blatt berichtet zudem von einem Spieler des Regionalligisten SC Verl, der von Mitgliedern der Wettmafia psychisch massiv unter Druck gesetzt worden sei. Grund: Das Spiel hatte nicht den gewünschten Ausgang genommen.
Keine Details zu Österreich-Matches
Nach wie vor ausständig ist jene Liste mit den manipulierten elf Partien in Österreich. Betroffen sein sollen Bundesliga- sowie Erste-Liga-Matches. Die Wettmafia hat laut Ermittlern mehr als 200 Spiele in neun europäischen Ligen getürkt, darunter auch die Champions-League-Quali-Partie Rapid gegen Vllaznia Schkodra.