Das 1000-ATP-Turnier in Shanghai verlangt den Tennis-Stars alles ab. Novak Djokovic musste sich in seinem Erstrunden-Spiel mehrfach übergeben, auch in seinem zweiten Einsatz hatte der Serbe mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Nun forderte die Hitze in der chinesischen Metropole ihr nächstes Opfer.
Daniil Medwedew (ATP 18) saß bei seinem Duell mit Learner Tien (ATP 36) mit Krämpfen auf seiner Bank und war nicht in der Lage, sein durchgeschwitztes T-Shirt auszuziehen. Um sich aus seiner Misere zu befreien, wandte sich der Russe an den Umpire und fragte: "Entschuldigung, kann ich die Ballmädchen bitten, mein Trikot auszuziehen? Ich habe Krämpfe. Ich muss mein Trikot wechseln."
Der Schiedsrichter überließ die Entscheidung dem Ballmädchen. Auch der ehemaligen Weltnummer 1 war klar, dass es eine spezielle Anfrage war, und er schob "Ich kann es versuchen, aber ich habe Krämpfe" nach. ATP-Supervisor Gerry Armstrong eilte dann zur Hilfe und riss am durchnässten Shirt des Russen. Auf Social Media kam das Verhalten Medwedews nicht wirklich gut an.
Ein User schrieb "Wieso fragt er ein Ballmädchen?", während andere noch weiter gingen und "Das ist widerlich" hinzufügten. Doch auch der Gesichtsausdruck des Supervisors blieb nicht unentdeckt. Denn Armstrong schien nur begrenzt Lust gehabt zu haben, dem Star zu helfen.
"Der Mann ist langjähriger Schiedsrichter und jetzt Tour Supervisor für die ATP. Er hat in seiner Karriere wahrscheinlich schon viele verwöhnte Spieler gesehen, aber jemanden, der so kindisch und arrogant ist wie Medwedew, weiß ich nicht", schrieb einer. Ein anderer meinte: "Das ist Gerry Armstrong, der legendäre Schiedsrichter, der nun zum Diener der Spieler degradiert wurde."
Mit einem trockenen T-Shirt konnte Medwedew dann wieder befreiter aufspielen und gewann die Partie gegen Tien in drei Sätzen (7:6, 6:7, 6:4). Im Viertelfinale wartet nun Alex de Minaur (ATP 7) auf den Russen. Im Direktduell hat die Weltnummer 18 die Nase vorn, zuletzt verlor Medwedew in Monte Carlo aber gegen den Australier.