Sport

Kofler muss bei erstem WM-Bewerb zuschauen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:03

Am Samstag beginnt für die Skispringer in Predazzo die Jagd nach Medaillen bei der Nordischen Ski-WM. Beim ersten WM-Bewerb muss Andreas Kofler, der Vize-Weltmeister von der Normalschanze 2011, zuschauen.

Österreichs Skisprung-Quintett für den ersten WM-Bewerb in Predazzo am Freitag (18.00 Uhr/Qualifikation) bzw. Samstag (17.00) lautet Gregor Schlierenzauer, Titelverteidiger Thomas Morgenstern, Wolfgang Loitzl, Manuel Fettner und Stefan Kraft. ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner hat sich nach den Trainingseindrücken am Donnerstag für diese fünf Athleten entschieden.

Andreas Kofler ging leer aus. "Der Grund war, dass ich mir die Sprünge heute angeschaut habe. Er war einfach noch nicht auf dem Level, dass er die Leistung ausspringen hat können", sagte Pointner unmittelbar nach der Mannschaftsführersitzung. "Andi ist ein ganz wichtiger Athlet speziell in Richtung Großschanze und Team-Wettkampf und dementsprechend werden wir ihn vorbereiten."

Pointner mit Training zufrieden

Mit den drei Übungssprüngen, die bei Schneefall stattfanden, war Pointner zufrieden. "Das war heute ein Training, das uns sehr optimistisch stimmt. Gregor hat sich sehr schnell umgestellt vom Skifliegen auf die kleine Schanze", ergänzte Pointner, der auch das sehr gute Training von Manuel Fettner (100 und 101 m) lobte.

"Es war in Ordnung. Heute war das Training unter dem Motto die Schanze kennenzulernen. Es ist nicht ganz so einfach von der Skiflug-Schanze auf die Normalschanze", sagte Schlierenzauer, der noch Reserven bei sich ortete. "Was hier sehr interessant ist, sind die Verhältnisse. Es ist doch sehr wechselhaft, das macht extrem viel aus. Da wird man auf jeden Fall auf das nötige Glück angewiesen sein." Der verkühlte Morgenstern ließ das Training aus.

Pointner: "Schlieri als einziger konstant vorne"

"Die WM ist bei unserem Level dazu da, um Medaillen zu gewinnen. Wir erhoffen uns Medaillen, aber wir erwarten sie nicht", erklärte der Coach am Donnerstag. Die "Big Points" seien auch in diesem Winter an die Österreicher gegangen, sagte Pointner und erinnerte an den Tourneesieg Schlierenzauers und dessen Weltcup-Rekord. Diese Saison sei besonders interessant. "Mit Ausnahme von Gregor ist kaum ein Springer und keine Mannschaft die ganze Saison konstant vorne gewesen", betonte der Tiroler. Das neue Anzugreglement habe alles viel sensibler gemacht.

Für die Nordischen Kombinierer geht es am Freitag los. Bernhard Gruber, Willi Denifl, Mario Stecher und Christoph Bieler stehen für den Einzelbewerb von der Normalschanze in Predazzo (10.00 Uhr) sowie die vier Mal zu laufende 2,5-km-Schleife in Lago di Tesero (15.00 Uhr) im ÖSV-Aufgebot. Am Sonntag folgt der Teambewerb vom kleinen Bakken. Die ÖSV-Kombinierer gehen als zweifache Titelverteidiger in der Mannschaft in diese 49. Titelkämpfe.

ÖSV-Trainer Eugen: "Wir sind klare Außenseiter"

Der Bewerb von der Großschanze wurde heuer allerdings erstmals durch den Team-Sprint (nur zwei Athleten statt vier) ersetzt. ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen setzte vor WM-Beginn die Maßstäbe niedriger an. "Wir sind klare Außenseiter, speziell bei den Teams. Es war in Oslo eine andere Konstellation, da waren noch Felix Gottwald und David Kreiner dabei." Die Chance auf eine Medaille sei aber aufgrund der guten Team-Ergebnisse in Schonach (4.) und Sotschi (3.) gegeben.

Während Eugen die Ziele sehr vorsichtig formuliert, strahlt Sotschi-Sieger Bernhard Gruber Optimismus aus. "Es gibt noch ein paar Reserven. Ich hoffe auf die Bernie-'Bombe' auf der Schanze", meinte Gruber, der allerdings vor der sehr selektiven Loipe warnte. Mario Stecher attestiert dem ÖSV-Team sehr gute Skisprung-Form. "In Sotschi waren wir Dritter mit der Mannschaft und nur knapp vom Sieg entfernt." Nach seiner Knie-Operation fühlt er sich wieder gut und schmerzfrei, in der Loipe ohnehin in guter Form.

APA/red

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