Sport

Kohl-Manager Matschiner packt über Doping aus

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:12

Paukenschlag im Kampf gegen Doping: Unmittelbar vor der Leichtathletik-WM in Berlin sprach Ex-Kohl-Manager Stefan Matschiner in einem TV-Interview über Doping-Schlupflöcher im korrupten Leistungssport-System und illegale Urin-Proben.

Die am Samstag beginnende Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin steht unter keinem guten Stern: In der gestern Nacht ausgestrahlten ARD-Reportage "Geheimsache Doping berichteten Insider, was sich in der Dopingbekämpfung tatsächlich abspielt. Einer dieser Mitwisser war Bernhard Kohls Ex-Manager Stefan Matschiner, der erstmals offen über seine Dopingaktivitäten erzählte.

Steroide für deutschen Top-Athleten?

"Ich habe meine Athleten mit bestem Wissen und Gewissen versorgt, dass sie zur rechten Zeit das Richtige hatten und nicht positiv wurden, erklärte Matschiner, der neben Radfahrern und Triathleten auch zahlreiche Leichtathleten betreute. Weiter verriet der Oberösterreicher, für den die Unschuldsvermutung gilt, dass auch ein deutscher Top-Leichtathlet, den er mit Designer-Steroiden versorgte, zu seinen Kunden zählte. "Wir hatten nie direkten Kontakt. Es lief über Mittelsmänner." Der aus rechtlichen Gründen namentlich nicht genannte Sportler wurde nach ARD-Angaben in diesem Jahr deutscher Meister.

150 oder 300 Euro für WADA-Mitarbeiter

Damit die von Matschiner "verpflegten" Athleten nicht auffliegen, waren angeblich Mitarbeiter von offiziell akkreditierten Laboren der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) behilflich. Sie haben gegen Bestechung illegal Urinproben der Sportler untersucht. "Die Mitarbeiter haben 150 oder 300 Euro bekommen. So konnten Athleten perfekt eingestellt werden, erläuterte Matschiner. "Es hat einige Jahre funktioniert, und es funktioniert immer noch.

Zweiter Österreicher angekreidet

Mit Robert Wagner könnte ein weiterer österreichischer Leichtathletik-Manager in Erklärungsnot geraten. Im ausgestrahlten ARD-Bericht enthüllt der Mexikaner Angel Heredia, ehemaliger Dopingdealer und Kronzeuge der US-Behörden bei Ermittlungen in der Szene, er habe von 2004 bis 2005 Geschäfte mit dem Manager des bei Olympia 1988 überführten Ben Johnson gemacht. Der Österreicher stritt die Vorwürfe gegenüber der Nachrichtenagentur SID ab: "Ich habe Herrn Heredia in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen oder gesprochen, auch nicht über Mittelsmänner.

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