Musik-Ikone in Feierlaune

"Kokain"-Sänger ist 80: "Ich habe so einiges probiert"

Austropop-Star Boris Bukowski hat den Krebs besiegt und geht in seinem Jubiläumsjahr heuer auf Tour. "Heute" besuchte den sympathischen Sänger daheim.
Sandra Kartik
05.02.2026, 06:00
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Boris Bukowski hat allen Grund zum Feiern: Der Austropop-Superstar wird am 5. Februar 80 Jahre alt. Er gilt als geheilt, seine schwere Krebserkrankung hat er überstanden und genießt nun sein Leben in vollen Zügen. "Ich habe mir nie wirklich viel aus Geburtstagen gemacht. Aber wenn man meint, man sollte feiern, dann mache ich gern mit. Ich trinke gern", lacht der Musiker beim "Heute"-Gespräch in seinem Domizil in Stammersdorf. So hat er in der Vorwoche schon mit Wegbegleitern und Freunden wie Reinhold Bilgeri, Ewald Pfleger und Rudi Nemeczek von Minisex angestoßen.

Sein wahrscheinlich berühmtester Hit "Kokain" wird nächstes Jahr 50, der Künstler selbst hat den Drogen längst abgeschworen. "Ich habe so einiges probiert. Aber mir war immer klar, gewisse Dinge muss ich nicht am eigenen Körper erfahren", blickt er zurück. "Unterm Strich hat Kokain nicht annähernd das gehalten, was ich mir davon versprochen habe. Ich habe mir außerdem eine eiserne Disziplin vorgegeben, als ich es ein paar Mal probiert habe: Nie mehr als drei Lines."

"Ich bin ein Bühnentier"

Seine intensivsten Hochgefühle spürt der Steirer ohnehin auf der Bühne. "Die Adrenalin-Ausschüttung bei einem Live-Konzert ist endlos besser als von irgendeinem Schnee", betont er. Die Gründe dafür liegen für ihn auf der Hand: "Man freut sich auf den Applaus. Seit ich wieder gesund bin, haben wir bei jedem Gig ausschließlich Standing Ovations. Wir sind natürlich ein bisschen bühnengeil", so Bukowski weiter. "Das andere ist die jederzeitige Möglichkeit, bei einem Live-Gig zu scheitern. Das macht es so spannend."

Der Sänger hat auch Jus studiert und sogar einen Doktortitel, als Plan B, falls das mit der Musik nicht geklappt hätte. Doch zum Glück kam es anders. "Ich bin ein Bühnentier und das braucht artgerechte Haltung." Zu seinem Jubiläum geht der 80-Jährige heuer auch wieder auf Tour – mit seiner Band und im Duo. Dafür hält sich der ehemalige "Dancing Star"-Kandidat mit täglich Sport fit, etwa auf seinem Crosstrainer.

Der Krebs ist besiegt

Er ist überzeugt, dass seine körperliche Fitness ihm dabei half, den Krebs zu besiegen, bzw. die Chemotherapie zu vertragen. Seine Diagnose Non-Hodgkin-Lymphom machte der "Fandango"-Sänger vor vier Jahren auch auf Facebook öffentlich. "Ich konnte nicht mehr liegen. Es hat dermaßen bei meinem Herz gebrannt, dass an Schlaf überhaupt nicht zu denken war. Ich musste im Sitzsack übernachten". Im AKH konnte man der Austropop-Legende dann helfen. "Die haben mich gerettet." Nach drei Jahren hat ihm seine Ärztin nun eröffnet, "dass sie mich jetzt rausschmeißt, weil sie für Gesunde nichts tun können."

Boris Bukowski ist ein Katzen-Mensch. Die kleine Nscho-tschi ist seit knapp einem Jahr Teil der Familie.
Helmut Graf

Wenn Bukowski auf seine Karriere zurückblickt, sagt er: "Stolz ist keine Kategorie, die mir gefällt. Aber ich darf sagen, ich glaube, das ist nicht schlecht gelungen." Mit seiner Frau Tereza ist er seit 13 Jahren glücklich. Als er im Spital war und um sein Leben bangte, dachte er nur: "Wenn es weitergeht, dann habe ich von jetzt an nur Zugaben."

Bukowski ist dankbar für Karriere und Familie. "Mein größtes Privileg sehe ich darin, dass ich das machen durfte, was ich am liebsten mache. Klar, wenn man ganz jung ist und von einer Musikerkarriere träumt, dann wünscht man sich reich und berühmt zu werden. Aber das ist nicht das Wichtigste." Berühmt ist der Musiker geworden, "reich sicher nicht", schmunzelt er. "Aber ich kann mich nicht beklagen. Mir war nie kalt, ich habe immer etwas zum Anziehen und ein Dach über dem Kopf gehabt. Und alles darüber hinweg ist Luxus. Und davon hatte ich auch manchmal ein Stück ."

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