Österreichs Nummer zwei, Daniel Köllerer, wurde nicht für das Davis-Cup-Duell gegen Chile nominiert. Schuld seien seine Ausraster bei einem Turnier in Kroatien, bei denen er Jürgen Melzer und Julian Knowle beschimpfte, so ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller.
Eigentlich gab es über Daniel Köllerer in letzter Zeit nur Positives zu berichten. Der 25-Jährige verbesserte sich seit Beginn des Jahres in der Tennis-Weltrangliste um 52 Plätze. Nun ist er 73., so gut wie noch nie in seiner Karriere, und damit aktuell zweitbester österreichischer Tennisprofi nach Jürgen Melzer. Seine Wutausbrüche (brachten ihm den Spitznamen "Crazy Dani" ein) gegen Schiedsrichter, Gegner und Balljungen bekam er in den Griff. Dennoch gilt er nach wie vor als temperamentvoller Spieler. "Ich weiß, dass ich oft polarisiere und ein Typ mit Ecken und Kanten bin", meint der Welser in einer Aussendung. "Aber ich bin auch ein Spieler, der hart an sich arbeitet und an seinen Zielen festhält. Diesen Weg gehe ich konsequent weiter, denn Position 73 gilt für mich nur als Zwischenstation auf dem Weg nach oben." Melzer, Koubek und Co. weigerten sich dennoch mit Köllerer im Davis-Cup-Team zu spielen. Der Streit konnte aber angeblich beigelegt werden.
Köllerer soll Melzer und Knowle beschimpft haben
Eigentlich hätte man sich erwartet, dass ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller den Oberösterreicher für das nächste Davis-Cup-Duell nominiert. Dabei spielt Österreich in Chile (18. bis 20. September) um den Verbleib in der Weltgruppe. Doch Köllerer muss zuhause bleiben. Statt ihm tritt Stefan Koubek (145. der Weltrangliste) die Reise nach Südamerika an. Laut Schaller führten Köllerers jüngste Ausraster beim Turnier im kroatischen Umag zu dessen Nichtnominierung. Der Welser traf dabei im Doppel mit Partner Christophe Rochus auf das Duo Jürgen Melzer und Julian Knowle. Dabei soll der Welser seine österreichischen Kontrahenten beschimpft und bewusst provoziert haben. "Köllerer hat in Kroatien ein Verhalten an den Tag gelegt, für das sich nach dem Match sein Coach, sein Mentalbetreuer und sein Doppelpartner bei Jürgen Melzer und Julian Knowle entschuldigt haben", erklärte Schaller.
Verschwörung gegen Köllerer?
Manfred Nareyka, Manager des Welsers, bestreitet die Vorwürfe und beruft sich auf die Tatsache, dass während des angeblichen Skandal-Matches keine Verwarnung gegen Köllerer ausgesprochen wurde. Es gab lediglich ein paar harmlose "Clown-Einlagen" seines Schützlings. Nareyka spricht von Mobbing gegen Köllerer. Der 25-Jährige reagierte mit einer Aussendung auf seine Nichtnominierung. "Es ist völlig unverständlich, dass ich derart zum Sündenbock abgestempelt werde", so Köllerer. "Mir stellt sich die Frage: Will Österreich Musterknaben oder unbeliebte Sieger im Nationalteam, die sich für ihr Land zerreißen, kämpfen und die Zähne zeigen würden? Es wird sich herausstellen, ob es richtig war, bewusst nicht das stärkste, sondern das freundlichste Team nach Chile zu schicken."