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Kombi-Farce in Wengen! Stars pfeifen auf Kristall

Heute Redaktion
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So billig gab es noch nie eine Kristallkugel im alpinen Ski-Weltcup. Nach nur zwei Kombinationen wird der Sieger gekürt. Doch keiner will die Kugel haben.

Bormio und Wengen sind die beiden einzigen alpinen Kombinationen des Weltcupwinters. Und trotzdem gibt es eine Kristallkugel. Dafür hat der Ski-Weltverband FIS extra das Reglement geändert. Davor mussten zumindest drei Rennen einer Disziplin ausgetragen werden. Jetzt reichen zwei.

Doch kein Ski-Star möchte sich die am einfachsten zu gewinnende Kristallkugel ins Regal stellen. Marcel Hirscher hat nach seiner im August erlittenen Knöchel-Verletzung Trainingsrückstand im Speed-Bereich. In Wengen gönnt sich auch Bormio-Sieger und Kristall-Topfavorit Alexis Pinturault eine Pause. Der Franzose hat schließlich schon vier Mal die Kombinationswertung für sich entschieden.

Damit greifen Außenseiter wie Peter Fill, Kjetil Jansrud oder die ÖSV-Asse Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr nach dem Disziplinensieg.

Kombination vor dem Aus

Das zeigt, dass die Zeit der Kombination abgelaufen ist. Vorbei sind die Zeiten der Kitzbühler Kombinationshelden, welche einst auch als "echte" Hahnenkamm-Sieger bezeichnet wurden. Im Tiroler Nobelskiort ist die Kombination bereits Geschichte, in Wengen wird sie 2019 ein letztes Mal ausgetragen.

Es gibt kaum noch echte Allrounder im Weltcup. Die Abfahrts-Asse verlieren in den kürzeren Slalom-Durchgängen zu viel Zeit. Das hat auch die FIS erkannt. Die Kombination wird abgeschafft. Im Februar geht es letztmals um Olympia-Medaillen, 2019 ein letztes Mal um WM-Edelmetall.

Als Ersatz sind Parallelbewerbe geplant. Die FIS ist drauf und dran, die spektakulären Bewerbe ins Olympia-Programm zu bringen. Dafür müssen sie allerdings öfter als drei Mal im Jahr gefahren werden. Und eine eigene Kristallkugel müsste es auch geben. (wem)