Es beginnt mit einer harmlos wirkenden Aufforderung zur Datenaktualisierung – und endet im finanziellen Albtraum. Innerhalb weniger Minuten räumten Betrüger das PayPal-Konto eines Kärntners leer. Abbuchung folgte auf Abbuchung, der Kontostand stürzte ins Bodenlose.
Der Betroffene ist fassungslos. Rund 8.500 Euro sind weg, der Schaden enorm. Er reagiert sofort, kontaktiert PayPal, nutzt das offizielle Konfliktlösungscenter und stellt einen Käuferschutzantrag. Doch statt Hilfe folgt die nächste Hiobsbotschaft.
Der Zahlungsdienstleister lehnt die Rückerstattung ab. Die Begründung: Die Transaktionen seien durch die Eingabe der Zugangsdaten autorisiert worden. Für den Geschädigten ein Schlag ins Gesicht – und kein akzeptables Argument.
Er gibt nicht auf und wendet sich an den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Kärnten. Dort wird der Fall genau geprüft und neu aufgerollt. Schnell zeigt sich: Die Abbuchungen passen nicht zum Konsumverhalten des Mannes.
Herwig Höfferer, Leiter der Abteilung Konsumentenpolitik, stellt klar: "Der Konsument konnte eindeutig nachweisen, dass er nie etwas bei diesem Unternehmen, das die Abbuchungen getätigt hat, bestellt hatte." Trotz dieser Beweise bleibt PayPal zunächst stur.
Erst nach mehrmaliger schriftlicher Intervention durch die AK Kärnten und einer Anzeige bei der Polizei bewegt sich etwas. Der Druck zeigt Wirkung, der Zahlungsdienstleister lenkt schließlich ein.
"Der gesamte Betrag von 8.500 Euro wurde dem Konsumenten zurücküberwiesen", so Höfferer. Der finanzielle Schaden ist damit behoben, das Vertrauen in Online-Zahlungen jedoch schwer erschüttert.
AK-Präsident Günther Goach betont: "Konsumentinnen und Konsumenten sollten keine Scheu davor haben, sich in solchen Fällen an den Konsumentenschutz zu wenden." Der Fall zeige, wie wichtig professionelle Unterstützung bei Betrugsfällen sei.
Die Arbeiterkammer rät dringend, keine Links in E-Mails anzuklicken und sich ausschließlich direkt über die offizielle Website oder App einzuloggen. Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte überall aktiviert werden, wo sie angeboten wird.
Besondere Vorsicht ist bei Zeitdruck geboten: Banken und Zahlungsdienste fordern niemals unter Stress zur Dateneingabe auf. Bei Betrugsverdacht sollen Konten und Karten umgehend gesperrt werden.