Entscheidung der PVA

"Nur noch ein Bein" – Österreicher erhält Pflegestufe 1

Nach einer Beinamputation lebt ein 66-jähriger Pensionist aus Kärnten mit Prothese und Rollstuhl – und erhält dennoch nur rund 200 Euro Pflegegeld.
André Wilding
22.01.2026, 17:22
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Eine Routineoperation veränderte sein Leben: Wegen einer Arterienverengung wurde ein Kärntner im Ruhestand operiert, doch es kam zu Komplikationen. "Ein Bein musste mir komplett amputiert werden", erzählt der 66-Jährige der "Kleinen Zeitung". Seither ist er auf einen Rollstuhl angewiesen, mit der Prothese kommt er kaum zurecht.

"Bekomme 200 Euro und 80 Cent Pflegegeld"

Unterstützung bekam der Mann vom Verein "Kärntner in Not", der half, seine Wohnung behindertengerecht umzubauen. Dabei fiel auf: Der Pensionist erhält nur Pflegestufe 1 – rund 200 Euro Pflegegeld pro Monat. "Ich bekomme 200 Euro und 80 Cent Pflegegeld. Ich finde, das ist wenig, dafür, dass ich nur noch ein Bein habe", sagt der Mann, der früher voll berufstätig war.

Allein für "Essen auf Rädern" zahlt er laut der Tageszeitung rund 150 Euro monatlich. Weitere Kosten entstehen durch mobile Pflege. Jetzt wird sein Fall geprüft. Die Behindertenanwaltschaft wurde informiert, Behindertenanwalt Martin Kahlig zeigt sich in der "Kleinen Zeitung" überrascht: "Es ist ungewöhnlich und es überrascht mich, dass der Herr nur Pflegestufe eins bekommt."

Pflegebedarf wird geprüft

Der Jurist wolle den Pflegebedarf prüfen und bei Bedarf einen Verschlechterungsantrag einreichen. Denn: Ab 65 Stunden monatlicher Pflegeaufwand gibt es Pflegestufe 1, ab 95 Stunden Pflegestufe 2 – so sieht es die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) vor, die in diesem Fall über die Pflegestufe entschieden hat.

Der Kärntner lebt jedenfalls allein und ist stark auf die Hilfe von Freunden angewiesen. Sie begleiten ihn zum Arzt, übernehmen Einkäufe und helfen im Alltag, heißt es im Bericht weiter. Auch der Verein "Mena", gegründet von der früheren Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger, kennt solche Fälle.

Verschärfte Zugangsvoraussetzungen

"Die Zugangsvoraussetzungen zum Pflegegeld haben sich in den letzten 15 Jahren zweimal verschärft", sagt Scheiflinger der Tageszeitung. Nach einer Beinamputation sei eine höhere Einstufung aber sehr wahrscheinlich.

Für viele Betroffene sei das Pflegegeld jedenfalls essenziell, so Scheiflinger in der "Kleinen Zeitung": "Es ist eine sehr wichtige Leistung im Sinne der Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führen möchten."

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 23.01.2026, 05:05, 22.01.2026, 17:22
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