Selbst nach ihrem gewaltsamen Tod findet Pamela G. keine Ruhe. Die 29-Jährige, die im Oktober von ihrem Ex-Freund ermordet wurde, ist nun erneut im Zentrum eines erschütternden Verbrechens.
Am Friedhof von Strozza in der Provinz Bergamo sollte die junge Frau in eine Familienkapelle umgebettet werden. Doch dabei kam es zur grausigen Entdeckung: Der Sarg war manipuliert worden. Als er geöffnet wurde, fehlte der Kopf der Toten.
Ein Mitarbeiter hatte zuvor bemerkt, dass die Schrauben am Sarg gelockert waren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun erneut in dem Fall. Für die Familie ist es der nächste schwere Schlag. "Das ist eine unmenschliche Gräueltat", sagte die Mutter der 29-Jährigen entsetzt.
Laut dem Anwalt der Angehörigen könnten mehrere Täter beteiligt gewesen sein. Konkrete Hinweise fehlen bisher, auch eine Geldforderung ist nicht eingegangen. "Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Vorfall auf abwegige Besitzansprüche oder eine Obsession gegenüber Pamela und ihrem Image zurückzuführen ist", so Jurist Nicodemo Gentile.
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Pamela G. war in Italien als Model bekannt. Ihr Ex-Partner, ein Unternehmer, soll sie über längere Zeit kontrolliert, gedemütigt und misshandelt haben. Nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, eskalierte die Situation.
Am Abend des 14. Oktober drang der Mann in ihre Wohnung in Mailand ein. Kurz davor schrieb Pamela einer Freundin verzweifelt: "Ich habe Angst, er ist verrückt. Ich weiß nicht, was ich tun soll". Die Freundin reagierte sofort: "Die Polizei kommt, ich habe sie angerufen".
Als die Polizisten eintrafen, hörten sie noch Schreie vom Balkon. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der Täter hatte mehr als 20 Mal mit einem Messer auf die junge Frau eingestochen.
Der 52-Jährige sitzt mittlerweile wegen Stalkings und Mordes in Haft. Warum nun auch noch das Grab geschändet wurde, ist völlig unklar.
Für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.