Hirntumor im Endstadium

Krebskranke hat großen Traum, scheitert fast an Behörde

Yvonne (33) kämpft lange gegen einen bösartigen Hirntumor. Einen letzten Wunsch wollte sie sich und ihrem Sohn erfüllen, die Hürden waren groß.
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29.03.2026, 11:30
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Früher hat sie in der Pflege gearbeitet, jetzt ist sie selbst auf Pflege angewiesen: "Heute"-Leserin Yvonne (33) kämpft seit März 2020 gegen einen bösartigen und schnell anwachsenden Hirntumor an, dieser befindet sich im Endstadium – "Heute" berichtete.

Seit sechs Jahren kämpft die Mutter eines neunjährigen Buben nicht nur um ihr Leben, sondern auch "gegen ein System, das mich im Stich lässt". Eine freudige Überraschung wurde zum Bürokratie-Marathon: Yvonnes Familie wollte ihr als Weihnachtsgeschenk einen großen Traum erfüllen.

"Nicht arbeitsfähig"

Die Vorgeschichte; "Ich leide unter massiven körperlichen, kognitiven und psychischen Einschränkungen – und bin definitiv nicht mehr arbeitsfähig", sagt die 33-jährige Mutter zu "Heute". Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hat selbst ein Gutachten erstellt: Es bestehe Pflegebedarf für die kleinsten Erledigungen wie die Zubereitung von Mahlzeiten, das An- und Ausziehen, die Einnahme von Medikamenten oder die Körperpflege.

Für die einfachsten Tätigkeiten im Alltag ist Yvonne derzeit nicht im Stande, die PVA will sie trotzdem arbeiten schicken.
zVg

Während die Wiener Mutter ihre allerletzten Kräfte sammelt, muss sie sich immer wieder mit der "nerven- und kraftraubenden" Bürokratie herumschlagen, denn: Sie erhält Rehabilitationsgeld und keine Berufsunfähigkeitspension, muss sich unter anderem alle sechs Monate krankschreiben lassen. Ein Hin und Her zwischen Arztterminen und zahlreichen Behördenwegen.

Niemand unter 62 Jahren bekommt eine Berufsunfähigkeitspension

Zunächst verwies die PVA auf Anfrage von "Heute" darauf, dass Yvonne Rehabilitationsgeld und Pflegegeld der Stufe 2 erhält. Nun äußerte sich die Behörde etwas ausführlicher: "Für ab dem 1. Jänner 1964 geborene Personen gibt es bei Vorliegen einer vorübergehenden Berufsunfähigkeit keine befristete Berufsunfähigkeitspension mehr." Eindeutige Befunde und eine 60-prozentige Behinderung helfen in diesem Fall auch nichts.

Reise als großer Wunsch

Da die Lebensprognose für Yvonne düster aussieht, wollte die Wienerin ihrem Sohn und sich einen letzten Lebenstraum erfüllen: Einen Besuch im Disneyland. Ihre Familie schenkte ihr die Reise zu Weihnachten. Die Freude kannte keine Grenzen.

Behörden-Marathon für Yvonnes letzten Wunsch

"In all den Jahren voller Kämpfe, Operationen und Tränen habe ich einmal aus Freude geweint", erklärt Yvonne gegenüber "Heute". Doch bis Yvonne mit ihrem Sohn ins Disneyland reiste, musste sie noch einen weiten Weg gehen.

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Zunächst hat die Wienerin, laut eigener Aussage, als öffentlich Bedienstete behördlich um eine Reiseerlaubnis ansuchen müssen. Denn: Jede Art des Ortswechsels im Krankenstand – also jede Nächtigung, die woanders stattfindet als daheim – muss genau angegeben und genehmigt werden. Mit einem Formular der Krankenfürsorgeanstalt musste sie demnach zum Facharzt.

"Ohne Familie nicht möglich"

Das Schreiben wurde ausgefüllt zur Chefstation der Krankenfürsorgeanstalt geschickt. Als nächstes musste Yvonne zu ihrem Arbeitgeber fahren und dort auch noch einen Ortswechsel unterschreiben lassen. Nach langem Hin und Her wurde ihr letzter Wunsch dann genehmigt – im Februar war es so weit: Yvonne und ihr Sohn reisten zu Micky Maus & Co.

Der zermürbende Aufwand hat sich für Yvonne letztendlich gelohnt. "Ohne meine Familie hätte ich das alles nicht geschafft", erklärt die 33-jährige Wienerin im Gespräch mit "Heute". Yvonne wird auch weiterhin gegen den Hirntumor ankämpfen – trotz aller Umstände.

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.03.2026, 11:30
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