Bremen (D)

Krebspatientinnen gingen wegen Ärztin durch die Hölle

In Bremen sind 34 Brustkrebs-Patientinnen falsch behandelt worden. Mit teils schweren Folgen für die Betroffenen.
05.12.2025, 11:30
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In der norddeutschen Großstadt Bremen sind 34 Brustkrebs-Patientinnen wegen fehlerhafter Befunde falsch behandelt worden. Mit schweren Folgen für die Betroffenen. Einige erhielten unnötige Chemo- und Antikörpertherapien, andere wurden nicht ausreichend therapiert.

Die betroffenen Frauen litten zum Teil unter Nebenwirkungen wie Haarausfall, starken Schmerzen und Nervenschäden, wie RTL berichtet. Ursache sei die falsche Klassifizierung von Tumoren durch eine Pathologin am Klinikum Bremen-Mitte gewesen. Fast 500 Fälle seien inzwischen überprüft worden. In 34 davon seien Fehler festgestellt worden. Die Ärztin sei nicht mehr im Dienst.

Ärztin schätzte Tumorarten wiederholt falsch ein

Laut dem Bericht wurden die falschen Diagnosen erst bemerkt, als der Chefarzt der Gynäkologie im Klinikum Bremen-Mitte bei zwei Patientinnen feststellte, dass die Tumore nicht wie erwartet auf die Therapie ansprachen. Er habe die Befunde erneut prüfen lassen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Pathologin wiederholt die Tumorart falsch eingeschätzt habe. Laut Karen Matiszick, der Sprecherin des Klinikverbunds Gesundheit Nord, erhielten die Frauen deshalb nicht die passende oder optimale Therapie.

"Mein Vertrauen wurde so hart gebrochen"

Eine Betroffene schilderte ihre Erlebnisse gegenüber Radio Bremen: "Jeden Morgen wacht man auf und weiß nicht, was ist heute: Werde ich anfangen zu spucken, werde ich Durchfall haben, irgendwann war meine Stimme weg." Eine andere sagte: "Ich habe vertraut und dieses Vertrauen wurde so hart gebrochen, dass ich mich total verletzt fühle."

Der Klinikverbund habe auf die Vorfälle reagiert. Laut Matiszick wurde ein Vier-Augen-Prinzip eingeführt, um solche Fehler künftig zu verhindern. Zudem werde allen betroffenen Frauen Hilfe angeboten. Immerhin: "Nach menschlichem Ermessen und heutigem Kenntnisstand ist es nicht so, dass sich die Krebsprognose deshalb verschlechtert hat", so Matiszick.

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