Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien hat das Bündnis "Progressives Bulgarien" von Ex-Staatschef Rumen Radew einen überwältigenden Sieg eingefahren. Laut Hochrechnungen kommt die Partei des als russlandfreundlich geltenden Ex-Generals auf bis zu 45 Prozent der Stimmen.
Mit rund 140 von 240 Sitzen im Parlament könnte Radew über die absolute Mehrheit verfügen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 51 Prozent – vergleichsweise hoch für das politisch zerrissene Land.
Wie NTV unter Berufung auf dpa berichtet, hatte Radew im Wahlkampf versprochen, dem EU- und Nato-Land endlich eine stabile Regierung zu geben und die Korruption zu bekämpfen. Außerdem strebt er eine Justizreform an.
Was die von Russland angegriffene Ukraine betrifft, kündigte Radew an, sich nicht finanziell an Militärhilfen zu beteiligen. EU-Entscheidungen darüber wolle er aber nicht blockieren. Russische Medien sehen in ihm bereits den "bulgarischen Orban".
Die prowestlichen Parteien Gerb-SDS und PP-DB kämpfen mit 12 bis 13 Prozent um den zweiten Platz. Die nationalistische prorussische Partei Wasraschdane stürzte auf nur noch rund vier Prozent ab.
Bulgarien führte zu Jahresbeginn den Euro ein, blieb aber wegen der Regierungskrise ohne Staatshaushalt für 2026. Das amtliche Endergebnis wird bis Donnerstag erwartet.