Düstere Warnungen vor Kriegen, Finanzkrisen und Katastrophen: Nostradamus werden auch für 2026 zahlreiche Prophezeiungen zugeschrieben. Doch wie viel davon ist tatsächlich eingetroffen? Die Bilanz fällt ernüchternd aus.
Der französische Seher Michel de Nostredame hinterließ rund 942 rätselhafte Vierzeiler. Das Jahr 2026 erwähnte er darin allerdings nie. Erst spätere Auslegungen brachten seine Aussagen mit dem heurigen Jahr in Verbindung.
Besonders häufig werden seine Texte auf aktuelle Konflikte bezogen. So ist etwa von "sieben Monaten großer Krieg" die Rede. Eine andere Passage lautet: "Wenn Mars seinen Pfad unter den Sternen regiert, wird menschliches Blut das Heiligtum besprenkeln."
Manche erkennen darin Hinweise auf die Ukraine, Taiwan oder den Nahen Osten. Konkrete Staaten oder Zeitangaben fehlen jedoch. Auch die angebliche Ankündigung einer neuen Weltordnung beruht lediglich auf der Interpretation eines Verses über einen Bienenschwarm.
Für Aufsehen sorgen zudem Schilderungen eines "Feuer am Himmel" und eines sieben Tage brennenden Sterns. Diese werden mit Kometen, Asteroiden oder Naturkatastrophen verknüpft. Selbst die Sonnenfinsternis im August 2026 wurde als mögliche Erfüllung gedeutet. Einen eindeutigen Beleg gibt es dafür nicht.
Auch Finanzkrisen, Inflation und Veränderungen an der Spitze der katholischen Kirche wollen manche in den alten Texten erkennen. Doch auch diese Deutungen lassen sich nicht konkret bestätigen.
Ob Nostradamus tatsächlich die Zukunft vorhersagen konnte, bleibt damit fraglich. Fest steht: Seine rätselhaften Verse bieten viel Raum für Spekulationen – konkrete Beweise für seine angeblichen Vorhersagen fehlen jedoch.