Am Anfang quietschten noch regelmäßig Reifen, jetzt rauchen nur noch Köpfe. Kürzlich musste ein Wiener "Edel-Autohändler", der Ferrari, Cupra, BMW und Co. an den Mann brachte, Konkurs anmelden. 129 Gläubiger zittern, wir berichteten.
Hinter dem Bankrott verbirgt sich wohl ein noch nie dagewesener Veruntreuungs-Krimi, der nun Gegenstand von Kripo-Ermittlungen ist. Ein Schaden von bis zu 40 Millionen (!) Euro wird kolportiert – "Heute" kennt die Details.
Jacob S. (40) – ein gebürtiger Pole mit niederländischem Pass – soll aus der Wiener Donaustadt ein beispielloses Pyramidenspiel mit Luxus-Limousinen aufgezogen und in Saus und Braus gelebt haben. Seit 2023 habe er mit verschiedenen Firmen bevorzugt innerhalb der polnischen Community hochpreisige Pkw und sogar Lastwagen auf Bestellung zu Dumpingpreisen angeboten.
Für einen wertvollen 5er BMW Baujahr 2024 wurden etwa höchst-attraktive 30.000 Euro auf Vorauskasse kassiert – in bar. Es hieß, die Fahrzeuge würden von Masseverwaltern günstig angekauft. Doch in Wirklichkeit bezog man sie mit kalkuliertem Verlust aus dem regulären Verkauf, übergab sie versichert und mit Kennzeichen als Rundum-sorglos-Paket.
Die zuerst noch zufriedenen Kunden sollten weitere Interessenten auftreiben, die ebenfalls hochpreisige Autos günstig haben wollten. Gefunden wurden durchaus auch dubiose Kunden, die hunderttausende Euro in bar übergaben. Nur ein Bruchteil wurde geliefert. So verschwanden etwa 813.000 für einen Fuhrpark, 204.000 Euro für drei Volvo-Trucks oder 42.000 Euro für einen 5er BMW. Auch ein Ferrari findet sich unter den Deals.
Viele Opfer verzichteten auf Anzeigen, die Dunkelziffer ist groß. Anwalt Norbert Piech vertritt einen weiteren Beschuldigten, der Geld eingesammelt und weitergegeben haben soll. Er bestreitet die Vorwürfe und sieht sich selbst als Opfer", so Piech. Er habe daher selbst eine Anzeige gegen den Hauptverdächtigen eingebracht.
Jacob S., der in Polen und den Niederlanden bereits gesucht worden war, wurde kürzlich in Ostrava (CZ) kassiert. Er befand sich auf der Flucht und fürchtete um sein Leben. Denn einer seiner Komplizen war Ende Jänner unter mysteriösen Umständen in einem polnischen Hotelzimmer zu Tode gekommen. Die Unschuldsvermutung gilt.