Balkan-Reisenden droht neuer Mega-Stau und Abzock-Falle

Der Reiseverkehr führt auch an diesem Wochenende wieder zu kilometerlangen Staus auf den Transitrouten.
Der Reiseverkehr führt auch an diesem Wochenende wieder zu kilometerlangen Staus auf den Transitrouten.Stefanie Oberhauser / EXPA / picturedesk.com
Das nächste Stauwochenende steht Österreich ins Haus. Besonders auf den Balkan-Routen kann es zu stundenlangen Wartezeiten kommen.

Auch an diesem Wochenende erwartet der ÖAMTC auf den Transitrouten durch Österreich starken Reiseverkehr und an vielen Grenzübergängen lange Wartezeiten. Richtung Süden wird es eine zweite Reisewelle aus Bayern und Baden-Württemberg geben, hier haben die Ferien ja am vergangenen Wochenende begonnen. Für viele neigt sich der Urlaub aber auch schon dem Ende zu, die Rückreise Richtung Norden wird daher immer stärker.

Hauptbelastet wird nach den Erfahrungen des ÖAMTC in Salzburg und Kärnten wieder die Verbindung zwischen Bayern und Slowenien über die West Autobahn (A1), Tauern Autobahn (A10) und Karawanken Autobahn (A11) sein. Am vergangenen Samstag gab es hier ja auf der etwa 340 Kilometer langen Strecke von München bis zum Karawankentunnel auf rund 60 Kilometer Länge Stillstand – "Heute" berichtete.

Auch dieses Wochenende muss wohl in beiden Fahrtrichtungen abschnittsweise wieder mit Stau und Blockabfertigung gerechnet werden.

Grenzwartezeiten

An den Grenzen wird es auch diesmal zum Teil wieder lange Wartezeiten geben, so der ÖAMTC. Betroffen sind die Übergänge Suben (A8), Walserberg (A1) und Kufstein/Kiefersfelden (A12) zwischen Bayern und Österreich, der Karawankentunnel (A11) zwischen Österreich und Slowenien sowie Nickelsdorf (A4) zwischen Österreich und Ungarn.

Stundenlange Aufenthalte sind aber speziell auch wieder an den Grenzübergängen zwischen Slowenien und Kroatien, und zwar in beiden Richtungen zu befürchten, so zum Beispiel auf der Verbindung Marburg – Zagreb bei Gruskovje/Macelj.

Vorsicht vor Pannenhilfe-Piraterie

Der Mobilitätsclub warnt auch vor einer neuen Abzocker-Falle. Der Niederösterreicher Dieter S. und seine Familie tappten voll hinein, sollte mehrere Hundert Euro blechen. 

Bei der Rückreise nach Österreich, unterwegs auf der kroatischen Autobahn, hatte das Auto des Urlaubers einen Motorschaden und "blieb liegen". Zufällig fuhr hinter der Familie ein kroatischer Abschleppdienst, der sofort seine Dienste anbot.

Das ÖAMTC-Mitglied willigte fatalerweise ein. Dann wurde es skurril: 

Der Abschleppdienst brachte das schadhafte Fahrzeug jedoch nicht zur nächstgelegenen und auch nicht zur übernächsten, sondern in eine rund 100 Kilometer weit entfernte Werkstätte. Die Familie erhielt daraufhin eine Rechnung in Höhe von etwa 750 Euro. 

Dieter S. wurde vom Abschleppdienst mitgeteilt, es sei kein Problem, dass er mehr verlange, weil der ÖAMTC angeblich die hohen Kosten zur Gänze übernehme.

So hilfst du dir

"Dieses Piraterie-Vorgehen betrifft insbesondere touristische Routen zum Meer – z. B. die in Kroatien liegenden Teile der Strecken Graz – Zadar und Villach – Zadar. Aber auch aus Serbien und Slowenien wurden uns bereits ähnliche Fälle gemeldet", fasst ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner zusammen.

"Die Vorgehensweise lässt vermuten, dass fragwürdige Firmen auf der Strecke patrouillieren und dann im Pannenfall schnell zur Stelle sind." Sie fügt hinzu: "Es ist immer der richtige Schritt, sich rasch beim ÖAMTC zu melden – so kann optimal unterstützt werden."

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