Kroatien hat seinen ESC-Act gefunden. Lelek setzten sich im Finale des nationalen Vorentscheids Dora 2026 souverän gegen die Konkurrenz durch und dürfen das Balkanland im Mai in Wien vertreten. Der Sieg fiel eindeutig aus: Die Gruppe gewann sowohl das Juryvoting mit 77 Punkten als auch das Televoting mit 96 Punkten. In der Gesamtwertung kamen Lelek auf 173 Punkte und lagen damit ganze 65 Punkte vor den zweitplatzierten Cold Snap.
Insgesamt hatten es 24 Beiträge in die Endauswahl von Dora 2026 geschafft. Je zwölf Acts traten am Donnerstag und Freitag in zwei Halbfinalshows an. In diesen Semifinals entschied ausschließlich das Publikum, welche jeweils acht Acts ins Finale einziehen durften. Erst im Finale kam zusätzlich eine Jury zum Einsatz. Dort zählten Jury- und Publikumswertung jeweils zu 50 Prozent.
Die Jury setzte sich aus vier kroatischen Jurys in Zagreb, Osijek, Rijeka und Split sowie vier internationalen Jurys aus San Marino, Großbritannien, Norwegen und Luxemburg zusammen. Auch hier konnten Lelek die meisten Punkte sammeln und ihre Favoritenrolle bestätigen.
Lelek sind eine fünfköpfige Ethno-Pop-Band, die traditionelle slawische Elemente mit modernen Arrangements verbindet. Die Gruppe besteht aus Judita Štorga, Marina Ramljak, Korina Olivia Rogić, Lara Brtan und Klaudija Pulek, Projektmanager ist Tomislav Roso. Gegründet wurde das Projekt nur wenige Monate vor Dora 2025, wo Lelek bereits den vierten Platz erreichten. Auf Social Media macht die Band regelmäßig mit Coverversionen alter, teils in Vergessenheit geratener Volkslieder auf sich aufmerksam. Sie selbst haben es sich zur Aufgabe gemacht, das "slawische Erbe zu bewahren".
Der Siegertitel "Andromeda" wird auf Kroatisch gesungen und lebt von einem doppelten, stetig ansteigenden Spannungsbogen. Der Song beginnt ruhig mit einer einzelnen Hauptstimme, ehe ein harmonischer Chor einsetzt. Dramatische Streicher und Trommeln leiten schließlich in einen imposanten Refrain über. In der zweiten Hälfte rückt kanonartiger Gesang stärker in den Fokus, bevor "Andromeda" mit elektronischen Elementen in einem explosiven Finale kulminiert.
Mit dieser Mischung aus Tradition und Moderne will Kroatien nun auch auf der großen ESC-Bühne in Wien punkten.