Kaum ein Land polarisiert beim Eurovision Song Contest 2026 so stark wie Israel. Bei der großen Halbfinal-Auslosung am Montagabend im Wiener Rathaus richteten sich viele Blicke genau auf diese Kugel: In welchem Halbfinale landet Israel. Und welche Länder müssen sich der Debatte besonders stellen?
Aus dem dritten Lostopf wurde Israel letztendlich in das erste Halbfinale am 12. Mai gezogen.
Schon im Vorfeld war klar: Die Teilnahme Israels wird den ESC 2026 erneut politisch begleiten. Ob man möchte, oder nicht.
Mehrere Länder – darunter Spanien, Slowenien, Niederlande, Irland und Island – hatten ihre Teilnahme für den diesjährigen Wettbewerb abgesagt. Offiziell nannten die Sender unterschiedliche Gründe, in der öffentlichen Debatte wurde jedoch immer wieder der Zusammenhang mit der Israel-Frage hergestellt.
Gleichzeitig betonte die Europäische Rundfunkunion (EBU) mehrfach, dass der ESC ein unpolitischer Musikwettbewerb sei und Israel als öffentlich-rechtlicher Sender weiterhin teilnahmeberechtigt bleibe.
Auch für Österreich spielt die Einteilung eine Rolle:
Denn als Gastgeberland ist Österreich zwar fix für das Finale qualifiziert, darf seinen Song aber im Halbfinale präsentieren und dort mit abstimmen.
Österreich stimmt im zweiten Halbfinale ab, hat also nichts mit dem Finaleinzug Israels zu tun.
Damit stellt sich auch für heimische Fans die Frage:
Wie wird Europa reagieren?
Wie stark wirkt sich die politische Debatte auf das Voting aus?
Und wie fair bleibt der Wettbewerb tatsächlich?
Ob gewollt oder nicht: Der Eurovision Song Contest ist längst mehr als nur ein Musikwettbewerb. Gerade die Teilnahme Israels zeigt einmal mehr, wie stark Kultur, Politik und öffentliche Wahrnehmung ineinandergreifen.
Wie Europa letztlich abstimmt, wird sich im Mai zeigen. Sicher ist aber schon jetzt: Kaum ein Act wird so genau beobachtet werden wie der aus Israel.