Am 12. Januar 2026 blickt die ESC-Welt nach Wien: Dann lost die Europäische Rundfunkunion (EBU) die Zusammensetzung der beiden Halbfinale für den 70. Eurovision Song Contest aus. Eine Woche davor steht nun fest, wie die fünf Lostöpfe aussehen, aus denen die Länder aufgeteilt werden.
Ziel dieser Einteilung ist es, bekannte Voting-Blöcke möglichst gleichmäßig auf beide Halbfinals zu verteilen. Länder, die sich historisch oft gegenseitig viele Punkte geben. Etwa Skandinavien, der Balkan oder Griechenland und Zypern werden bewusst getrennt, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Dieses System gibt es seit 2008, dem ersten Jahr mit zwei ESC-Halbfinals.
Aus jedem Topf werden später drei Länder dem ersten und drei dem zweiten Halbfinale zugelost. Heißt also: Im ersten Topf befinden sich alle Balkan-Länder, wonach nur drei davon in einer Halbfinal-Show auftreten können, damit sie sich nicht die Punkte zuschieben.
Zusätzlich wird festgelegt, ob ein Land in der ersten oder zweiten Hälfte seines Halbfinals auftritt. Ein wichtiger Faktor, da frühe Startplätze erfahrungsgemäß Nachteile beim Televoting bringen können.
Trotz der Boykotte mehrerer Länder bleibt die Struktur der Lostöpfe nahezu unverändert im Vergleich zu 2025. Grund dafür ist unter anderem der Rückzug Spaniens als Big-5-Land. Gleichzeitig kehren mit Bulgarien, Moldau und Rumänien drei Länder zurück, die zuletzt pausiert hatten.
Spannend wird die Auslosung auch für Deutschland und Österreich: Zwar müssen sich Big-5-Länder und das Gastgeberland nicht für das Finale qualifizieren, sie dürfen aber jeweils nur in einem der beiden Halbfinals abstimmen. Genau das wird am 12. Januar ebenfalls festgelegt. In den vergangenen Jahren wurden die Beiträge dieser Länder im jeweiligen Halbfinale bereits außer Konkurrenz präsentiert – davon ist auch für Wien auszugehen. Damit entscheidet sich an diesem Tag auch, wann der deutsche und der österreichische Act erstmals live vor Publikum in der Wiener Stadthalle auftreten.
Die Veranstaltung firmiert heuer nicht mehr unter dem bisherigen Namen "Allocation Draw", sondern wird offiziell als "Semi-Final Draw" bezeichnet. Neben der Ziehung selbst werden dabei auch die ESC-Gastgeberinsignien von Basel an Wien übergeben.
Die Halbfinal-Auslosung findet im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses statt und wird live auf dem offiziellen ESC-YouTube-Kanal sowie auf ORF ON übertragen.