Lange, farbenfrohe Fingernägel liegen im Trend. Verfahren wie UV-Lacke oder Gelbeschichtungen versprechen ein dauerhaft perfektes Erscheinungsbild – makellos manikürte Nägel, die über Wochen halten.
Doch welche Belastungen diese Behandlungen für die Nägel und die Gesundheit bedeuten können, ist vielen kaum bewusst.
Wie chip.de unter Berufung auf das Wissenschaftsportal Quarks.de berichtet, wird bei der Kunstnagel-Behandlung die Nageloberfläche angeraut. Dadurch wird der Nagel dünner und seine Oberfläche vergrößert – das begünstigt das Eindringen von Keimen.
Besonders problematisch: Bei aufgeklebten Nägeln entsteht oft ein feiner Hohlraum zwischen Kunst- und Naturnagel. Dort können sich Feuchtigkeit und Wärme stauen, während weniger Sauerstoff an den Nagel gelangt. So entstehen ideale Bedingungen für die Vermehrung von Pilzen und Bakterien.
"Der Naturnagel wird durch die lang anhaltende Belastung geschwächt und kann aufweichen", warnt Prof. Christiane Bayerl, stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ästhetische Dermatologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. In schweren Fällen drohe sogar der Verlust der Nagelplatte.
Wer dennoch nicht auf Kunstnägel verzichten möchte, sollte auf hochwertige Materialien und seriöse Nagelstudios setzen. Wichtig ist auch, den Nägeln regelmäßig Pausen zu gönnen und auf erste Anzeichen von Verfärbungen oder Ablösungen zu achten. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte umgehend ein Hautarzt aufgesucht werden.