Um in Österreich seinen Vor- oder Familiennamen ändern zu lassen, muss ein sogenannter änderungswürdiger Grund vorliegen. Dazu zählt etwa, dass der bisherige Name lächerlich oder anstößig ist oder schwer auszusprechen oder schwer zu schreiben ist.
Für Menschen mit dem Nachnamen "Null" könnte man sagen, gibt es sehr konkrete Gründe, die eine Änderung rechtfertigen könnten. Denn dieser Name führt im Alltag immer wieder zu erheblichen Problemen, insbesondere im Umgang mit Computersystemen. Betroffene berichten von technischen Hürden beim Online-Banking, bei Reisebuchungen oder in anderen digitalen Anwendungen.
So schilderte der Journalist Christopher Null bereits 2015 in einem Blogbeitrag, sein Name mache ihn für Computer praktisch "unsichtbar". Er berichtete von jahrelangen E-Mail-Auseinandersetzungen mit der Bank of America, deren Systeme seinen Nachnamen nicht korrekt verarbeiten konnten. Auch Nontra Null, die ihren Namen nach der Hochzeit annahm, hatte laut Wall Street Journal Schwierigkeiten bei der Beantragung eines Visums. Der Meteorologe Jan Null wiederum stieß unter anderem bei Restaurant-Reservierungen regelmäßig auf Probleme.
Ähnliche Erfahrungen machte die Hausfrau Jennifer Null, die zwar vor der Namensänderung gewarnt worden war, die tatsächlichen Folgen aber unterschätzte, wie sie der BBC erzählte. Schwierigkeiten gab es etwa mit einer staatlichen Steuer-Website, bei Strom- und Gasanschlüssen nach einem Umzug oder beim Buchen von Flugtickets.
Die Ursache des Problems ist eine grundlegende Konvention der Informatik. Der britische Computerwissenschaftler Tony Hoare führte "null" als Platzhalter für einen nicht vorhandenen Wert ein – eine Praxis, die bis heute in vielen Programmiersprachen wie Java verwendet wird. Wird in ein Datenfeld "Null" eingetragen, interpretieren manche Systeme dies als leeren Eintrag, was zu Fehlern führen kann. Hoare selbst bezeichnete diese Entscheidung später als einen "Milliarden-Dollar-Fehler".
Die gute Nachricht: Immer mehr Systeme werden inzwischen angepasst, um solche Probleme zu vermeiden. Zudem haben viele Betroffene pragmatische Lösungen gefunden. Christopher Null fügt seinem Namen etwa ein zusätzliches Leerzeichen hinzu.