Kurioser Anblick in Oberösterreich! "Heute"-Leserin Charlotte* (Name von der Redaktion geändert) traute ihren Augen am Freitagvormittag kaum. In Mauthausen wollte ein besonders ungewöhnlicher Verkehrsteilnehmer offenbar auf die B3 auffahren. Vor ihrem Auto wartete seelenruhig ein Pensionist in einem blauen Seniorenmobil auf eine passende Gelegenheit zum Einordnen.
Was zunächst für Schmunzeln sorgen mag, hätte allerdings auch gefährlich werden können: Denn auf einer stark befahrenen Bundesstraße sind solche Fahrzeuge schnell ein Risiko – sowohl für ihre Lenker als auch für andere Verkehrsteilnehmer.
"Gerade diese Bundesstraße ist durch starken Schwerverkehr und häufig zu schnell fahrende Fahrzeuge bekannt", erklärt Charlotte im "Heute"-Talk. Laut ihr berichten viele Verkehrsteilnehmer, dass man selbst bei 100 km/h bereits bedrängt wird. "Auch wenn er mutig ist, wirkt ein langsames Seniorenmobil doch riskant", so die Oberösterreicherin.
Ob ein Seniorenmobil auf einer bestimmten Straße unterwegs sein darf, hängt von seiner Einstufung ab. Je nach Bauart gelten die Fahrzeuge entweder als E-Fahrrad oder als E-Moped und müssen die jeweiligen gesetzlichen Vorschriften erfüllen. Wie der ÖAMTC auf seiner Webseite informiert, dürfen Seniorenmobile je nach Kategorie auf Radwegen, Radfahranlagen oder auf der Fahrbahn genutzt werden. Welche Regeln im Einzelfall gelten, richtet sich dabei nach Leistung, Geschwindigkeit und technischer Ausführung des Fahrzeugs.
Für Seniorenmobile gelten je nach Bauart unterschiedliche gesetzliche Vorschriften. Überschreitet die Bauartgeschwindigkeit 10 km/h und fällt das Fahrzeug nicht mehr unter die Kategorie E-Fahrrad, sind unter anderem eine Zulassung, ein passender Führerschein, eine Haftpflichtversicherung sowie das Tragen eines Helms erforderlich.
Ob eine stark befahrene Bundesstraße mit hohem Verkehrsaufkommen und zahlreichen Lkw tatsächlich der ideale Ort für ein Seniorenmobil ist, dürfte daher zumindest fraglich sein. Klar ist: Diese Aktion war auf jeden Fall nicht ganz ungefährlich!