Das Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft hat in Uruguay tiefe Spuren hinterlassen. Mit nur zwei Punkten aus drei Spielen und Platz drei hinter Außenseiter Kap Verde verpasste die "Celeste" sensationell den Einzug in die K.-o.-Phase. Der Verband reagierte darauf mit einer kuriosen Maßnahme.
Ausgerechnet die Spieler sollen jetzt nämlich die Konsequenzen für das Debakel zu spüren bekommen. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, strich der Verband den bereits organisierten Charterflug zurück nach Montevideo. Statt gemeinsam im Privatjet nach Hause zu fliegen, müssen Spieler und Betreuer nun auf verschiedene Linienflüge umgebucht werden und getrennt abreisen.
Doch die Probleme begannen offenbar schon lange vor dem letzten Gruppenspiel gegen Spanien. Laut Berichten soll es unmittelbar vor der entscheidenden Partie zu einer regelrechten Spielerrevolte gekommen sein.
Ein Quartett um Real-Star Federico Valverde beschwerte sich bei Teamchef Marcelo Bielsa über die hohe Trainingsintensität und die stundenlangen Videoanalysen. Die Kritik weitete sich anschließend zu einer Diskussion zwischen Trainer und der gesamten Mannschaft aus. Bielsa blieb jedoch hart. Statt auf die Beschwerden einzugehen, soll der Argentinier den Spielern einen rund einstündigen Monolog über seine Fußballphilosophie gehalten haben.
Besonders brisant: Teile der Mannschaft sollen den Raum noch während der Ansprache verlassen haben – ein deutliches Zeichen dafür, wie angespannt das Verhältnis zwischen Trainer und Team zuletzt gewesen sein soll.
Bereits zuvor lief bei Uruguay kaum etwas zusammen. Nach dem 1:1 gegen Saudi-Arabien und dem 2:2 gegen Kap Verde besiegelte ein 0:1 gegen Spanien das frühe WM-Aus. Torhüter Fernando Muslera, der sich mehrere folgenschwere Fehler leistete und gegen Spanien sogar um seine Auswechslung gebeten haben soll, wurde dafür hauptverantwortlich gemacht.