WM-Co-Gastgeber USA holte sich mit dem 2:0-Erfolg gegen Australien am Freitagabend einen Platz in der K.o.-Phase, schaffte beim Heimturnier den Sprung ins Sechzehntelfinale. Sogar der Sieg der Gruppe D ist mit sechs Punkten aus zwei Spielen in Griffweite.
Doch was die von Mauricio Pochettino trainierten US-Boys auch erreicht haben, ist der Gewinn des WM-Titels – zumindest wenn es nach der "Unofficial Football World Championship" (UFWC) geht. Demnach sind die US-Amerikaner seit Freitagabend die amtierenden Weltmeister.
Doch wie kommt es zu dem UFWC-Titel? Dieser geht auf die Anfänge des Fußballs im späten 19. Jahrhundert zurück. Die ersten Länderspiele waren nämlich stets Duelle zwischen England und Schottland, später auch Wales. Die Idee einer alternativen Fußball-Weltmeisterschaft hatte dann im Jahr 1967 neuen Schwung aufgenommen, als Schotten den amtierenden Weltmeister England schlug, sich einige Schotten dann scherzhaft selbst als neuen "Weltmeister" bezeichneten.
Auf diese Idee Bezug nehmend hat der englische Journalist Paul Brown im Jahr 2003 die Webseite für die UFWC geschaffen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Mit dem ersten Länderspiel zwischen Schottland und England im Jahr 1872 wurde ein WM-Titel mittels K.o.-Duell vergeben. Der Sieger konnte sich dann "inoffizieller Weltmeister" nennen, muss diesen Titel aber in jedem Länderspiel verteidigen. Bei einer Niederlage wechselt der WM-Titel, bei einem Unentschieden wird dies als Titelverteidigung gewertet, weil der "Herausforderer" nicht siegen konnte – die Methode ist genau gleich wie bei Box-Titelkämpfen.
So holten sich also die USA mit dem 2:0-Erfolg am Freitag in Seattle den WM-Titel von Australien. Die Socceroos hatten den erst beim WM-Auftakt mit dem 2:0 von der Türkei erobert. Die Türken waren drei Spiele lang inoffizieller Weltmeister gewesen, nachdem sie dem Kosovo am 31. März 2026 den Titel abgenommen hatten.
Der Kosovo schnappte sich den Titel von Schweden, davor hatte dieser Titel aber eine kuriose Reise hingelegt. Denn selbstverständlich war der amtierende Weltmeister Argentinien tatsächlich auch Träger des inoffiziellen WM-Titels, hatte den im Halbfinale der WM 2022 von Kroatien errungen, dann neun Spiele lang verteidigt, ehe Uruguay die Argentinier 2023 geschlagen hatte. In einem Testspiel holte sich die Elfenbeinküste den Titel, der wanderte dann weiter an Sierra Leone, an Liberia, an Algerien. Bis Österreichs WM-Gegner den Titel an Schweden verloren hatte.
Nun hat also kurioserweise die bereits bei der WM ausgeschiedene Türkei die Chance, sich den Titel zu schnappen. Am Freitag (4 Uhr) geht es zum Abschluss der Gruppenphase gegen die USA.
Übrigens war auch Österreich schon inoffizieller Fußball-Weltmeister. Zuletzt von 1967 bis 1968. Die letzte Chance, den Titel zu holen, gab es im Nations-League-Duell mit Kroatien im September 2022, es setzte eine 1:3-Niederlage.