So schlecht wie in Garmisch schnitten die ÖSV-Adler seit 39 Jahren bei keinem Tournee-Springen mehr ab. Stefan Kraft musste seine Hoffnungen auf den zweiten Tournee-Titel schon im ersten Durchgang begraben, scheiterte an der Qualifikation.
Der 19. Platz von Gregor Schlierenzauer war das höchste der Gefühle. Nach dem Bewerb herrschte Ratlosigkeit im Lager der heimischen Springer. Kraft verließ den Zielraum mit gesenktem Haupt. Cheftrainer Heinz Kuttin stellte sich mit ernster Miene den Fragen der TV-Reporter. Erklärung hatte er keine parat.
Im Hintergrund keimt erste Kritik an Kuttin auf. Ernst Vettori, Nordischer Sportdirektor, sprach in der Krone von einem "historischen Debakel". Ob Kuttin wohl schon um seinen Job zittern muss? Er sei ein "guter Trainer. Nur wenn's nicht klappt ...", lässt Vettori aufhorchen.
Ein weiteres Warnsignal für den Chefcoach ist die schlechte Stimmung von ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel. Am Telefon habe es schon ein erstes ernstes Gespräch mit Vettori gegeben. Für Innsbruck kündigt sich aber eine Krisensitzung an, bei der Schröcksnadel persönlich anwesend sein wird.
(Heute Sport)