Politik in Großbritannien

Labour-Krise: Starmers Tage als Premier gezählt?

Nach dem Wahldebakel fordern Labour-Abgeordnete einen Führungswechsel. Premier Starmer lehnt den Rücktritt ab, will den Status quo ändern.
Newsdesk Heute
11.05.2026, 12:03
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Dramatische Entwicklungen auf der Insel: Premierminister Keir Starmer gerät nach den deutlichen Verlusten seiner sozialdemokratischen Labour-Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen immer stärker unter Druck.

Bei den Wahlen am Donnerstag in England, Schottland und Wales hatte die rechtspopulistische Partei Reform UK von Nigel Farage massiv zugelegt – während Labour auch in ihren Hochburgen Hunderte Sitze verlor. In Schottland liegt Labour nun gleichauf mit Reform UK.

Starmer nannte die Ergebnisse "schmerzlich", will nach eigenen Angaben aber dennoch "weder nach rechts noch links abbiegen". In einer Kolumne in der Zeitung "The Guardian" schrieb er, er werde "auf die Wähler hören" und den "Status quo ändern".

Rücktrittsforderungen aus eigener Partei

Allerdings kommen Rücktrittsforderungen inzwischen auch aus den eigenen Reihen. "Wenn wir bei den nächsten Wahlen wieder mit Keir Starmer antreten, wird es eine Katastrophe", sagte der Labour-Abgeordnete Clive Betts dem Radiosender der Zeitung "The Times". Die Wähler "hörten nicht mehr auf ihn".

Die Labour-Abgeordnete Catherine West kündigte an, sollte kein Kabinettsmitglied Starmer bis Montag herausfordern, werde sie selbst versuchen, eine Wahl um den Parteivorsitz anzustoßen.

Experte sieht keine Chance auf Erholung

Auch Politikwissenschaftler Robert Ford von der Universität Manchester sieht die politische Geschichte nicht auf Starmers Seite. Es gebe "schlichtweg kein einziges Beispiel" dafür, dass sich ein Premierminister "von jener Art von Umfragewerten erholt hat, die er derzeit aufweist".

Labour hatte die konservativen Tories erst vor zwei Jahren mit einem Erdrutschsieg von der Macht verdrängt. Die britische Regierung konnte aber kein nennenswertes Wirtschaftswachstum erzielen, machte dafür aber mit Fehltritten und Skandalen von sich reden.

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