Großbritannien debattiert heftig über die Verbindungen des Ex-Botschafters Peter Mandelson zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Jetzt hat das Unterhaus einen Antrag der Opposition auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses abgelehnt.
Nach einer mehr als fünfstündigen Debatte stimmten 335 Abgeordnete gegen den Antrag, 223 dafür. Damit bleibt Premier Keir Starmer eine offizielle Befragung zur Ernennung seines Labour-Parteikollegen Mandelson erspart.
Wie die AFP berichtet, soll Mandelson in seiner Zeit als Regierungsmitglied heikle Informationen an Epstein weitergegeben haben, mit dem er befreundet war. Starmer hatte ihn 2024 zum britischen US-Botschafter ernannt und vergangenen September wieder entlassen.
Zuletzt war bekannt geworden, dass Mandelson trotz einer zuvor nicht bestandenen Sicherheitsprüfung zum Botschafter ernannt wurde. Die Entscheidung, sich über dieses Ergebnis hinwegzusetzen, wurde laut einem Regierungssprecher im Außenministerium getroffen.
Die Opposition wirft Starmer vor, sein Büro habe das Ministerium zuvor unter Druck gesetzt. Tory-Chefin Kemi Badenoch sagte, es sei "sehr offensichtlich", dass Starmer im Unterhaus die Unwahrheit über Mandelsons Ernennung gesagt habe.
Die Regierung steht wegen der Affäre seit Monaten unter Druck, es gab bereits mehrere Rücktritte.