Als "Partydroge" missbraucht

Lachgas ab heute in Deutschland verboten

Die nervenschädigende Substanz ist ab sofort für Kinder und Jugendliche tabu. Auch der Online-Handel und Automatenverkauf sind jetzt illegal.
Nick Wolfinger
12.04.2026, 11:45
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Lachgas hat sich in den letzten Jahren zur beliebten Trenddroge unter Jugendlichen entwickelt. Das Gas aus Sahnepatronen sorgt für einen kurzen Rausch, der allerdings erhebliche Gesundheitsrisiken birgt.

Mit dem heutigen Tag ändert sich das in Deutschland grundlegend: Der Verkauf von Lachgas an Kinder und Jugendliche ist ab 12. April 2026 verboten. Auch der Vertrieb über Online-Handel und Automaten wird generell untersagt.

Nervenschäden und Lähmungen möglich

Wie quarks.de berichtet, wird dafür das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz geändert. Bisher war der Verkauf nur in einzelnen Kommunen eingeschränkt. Fachleute warnen schon länger vor den Gefahren der vermeintlich harmlosen Droge.

Lachgas verändert im Körper das Vitamin B12, sodass es nicht mehr verwendet werden kann. Da B12 wichtig für die Nerven und die Blutbildung ist, kann das Gas Nervenschäden und Blutarmut verursachen.

Als Folge können Taubheitsgefühle oder sogar vorübergehende Lähmungen auftreten. Diese Schäden heilen nicht immer vollständig aus. Auch Herzprobleme wurden in seltenen Fällen beobachtet.

Immer mehr Jugendliche greifen zu

Die Zahlen sind alarmierend: Bei einer Umfrage in Frankfurt am Main unter 1500 Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren gaben 2022 bereits 17 Prozent an, schon einmal Lachgas inhaliert zu haben. 2020 waren es noch nur 7 Prozent.

Auch europaweit ist die Droge auf dem Vormarsch. Zwischen 10 und 20 Prozent der Jugendlichen in Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und England haben Lachgas bereits probiert. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zeigt sich besorgt.

Andere Länder haben bereits reagiert: In Großbritannien ist der Besitz seit Ende 2023 verboten, in den Niederlanden seit Anfang 2023. In Dänemark darf man kein Lachgas im öffentlichen Raum mit sich führen. In Österreich ist aktuell kein Verbot geplant, wie das Gesundheitsministerium im Sommer 2025 dem "Standard" erklärte.

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