Sport

Lachnummer Stangl: Zweifel an Höhenrausch

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:10

Christian Stangl ist mit seiner erfundenen K2-Besteigung die Lachnummer der Nation. Bergsteigerlegende Reinhold Messner schießt scharf gegen den Skyrunner und Gerlinde Kaltenbrunner.

Gestern brach das komplette Lügenkonstrukt von Christian Stangl wie ein Kartenhaus zusammen. Der Skyrunner (Sportart, bei der man so schnell wie möglich den Berg hinaufläuft) hatte behauptet, er hätte den K2 (zweithöchster Berg der Erde) bestiegen. Doch sein "Beweisfoto" hatte er rund 1.000 Meter unterhalb des Gipfels geschossen, wie Nachforschungen ergaben. Stangl begründete dies mit dem tranceartigen Zustand, in dem er sich befunden hatte, und er schlicht nicht mehr wusste, wo er war.

Messner: "Habe fremde Stimmen gehört"

"Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er ein bisschen verwirrt war und unter psychischem Druck stand", meinte Reinhold Messner im ORF, der über die Ausreden des Alpinbetrügers höchstens müde lächeln kann: "Es ist auch möglich, wenn er völlig durcheinander war, dass er die Schulter am K2 - die ist sehr flach - als Gipfel angenommen hat. Ich habe Situationen erlebt, wo ich fremde Stimmen gehört habe oder fremde Leute gesehen habe, die mich nach oben geleitet haben. Nur habe ich immer gewusst, wo ich ungefähr bin. Wenn Stangl völlig aus dem Häuschen war, ist es ein Wunder, dass er noch heruntergekommen ist. Denn es ist nicht einfach vom K2 herabzusteigen."

Messner bezeichnet Stangl und Kaltenbrunner als Touristen

Für Skyrunning hat der Südtiroler, der als erster Mensch auf allen 14 Achttausendern war, wenig übrig. "Einfach nur schneller sein zu wollen wie Stangl ist fantasielos und hat mit Abenteuer und Alpinismus wenig zu tun. Man darf nicht vergessen, dass er das auf bereits präparierten Pisten macht, wie Frau Kaltenbrunner großteils auch", so Messner gegenüber dem Profil und fügt hinzu: "Was Kaltenbrunner und Stangl auf ihrem Mount Everest getan haben, ist Tourismus."

Der 66-jährige Messner gilt als einer der Kritiker der Österreicherin. "Was mich stört ist, dass sie so tut, als ob sie im alpinen Stil steigt. Sie verwendet aber wie alle anderen die präparierten Pisten, die Fixseile und lässt sich auch dreimal ins Basislager fliegen", erklärte Messner im Kurier.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen