Seit rund sechs Monaten sorgt ein Nachbarschaftsstreit in einem Gemeindebau in Wien-Floridsdorf für Ärger. Ein Ehepaar aus der Autokaderstraße fühlt sich durch Lärm aus der Wohnung unter ihnen massiv gestört.
Dort wohnt eine Familie aus Syrien mit zwei kleinen Kindern (ein und drei Jahre alt): "Die Kinder trampeln herum, schreien und rennen von 7 Uhr früh bis fast Mitternacht. Der Sohn stellt sich aufs Fensterbrett und springt von dort dann hinunter. Ich lebe wie in einem Turnsaal", erzählt Markus P. (50).
Der 50-Jährige arbeitet als Schichtarbeiter im Lager, seine Frau hat ebenfalls frühe Dienstzeiten: "Oft bleiben uns dann wirklich nur ein paar Stunden Ruhe", meint Markus P. Das Paar habe mehrmals versucht, mit der Familie zu reden und um mehr Rücksicht zu bitten. "Wir werden ausgelacht, beschimpft und sogar bespuckt", sagt er.
Die Polizei wurde schon mehrfach gerufen – Besserung brachte dies jedoch keine. Auch Beschwerden bei Wiener Wohnen hätten bislang nichts geändert, meint Markus P.: "Es wurden die Wohnpartner eingeschaltet. Mir wurde gesagt, dass, wenn ich Ruhe haben will, die Wohnung wechseln soll. Ich will mit denen nichts mehr zu tun haben."
Der Nachbarschaftsstreit betrifft laut dem Floridsdorfer offenbar nicht nur ihn und seine Frau. Zwei weitere Parteien im Haus hätten ebenfalls Probleme mit der Familie: "Sie schalten einen Rechtsanwalt ein." Zudem geht eine Unterschriftenliste gegen die Familie herum.
"Heute" fragte bei Wiener Wohnen nach: "Wiener Wohnen ist der geschilderte Nachbarschaftskonflikt bekannt. Seit Herbst 2025 sind dazu mehrfach Beschwerden eingelangt, die auch laufend bearbeitet wurden. Das Nachbarschaftsservice wohnpartner war von Beginn an eingebunden und hat wiederholt Gespräche sowie Begehungen vor Ort durchgeführt, die etwa dazu geführt haben, dass die angesprochene Familie ihre Wohnung mit Teppichen ausgelegt hat", wird erklärt.
Trotz dieser Vermittlungsversuche konnte der Konflikt aber nicht nachhaltig entschärft werden: "Gesprächsangebote wurden dabei nicht von allen Seiten angenommen. Für ein gutes und respektvolles Miteinander braucht es aber die Bereitschaft aller Beteiligten, an Lösungen konstruktiv mitzuwirken. Aufgrund der verfahrenen Situation wurde der angesprochenen Familie der Wechsel in eine andere, besser geeignete Wohnung nahegelegt, die Familie hat diesem Schritt auch zugestimmt", heißt es.