Fünf Saisonsiege, Führung im Gesamtweltcup – Johannes Lamparter reiste mit viel Selbstvertrauen zu den Olympischen Winterspielen. Heute wird es für den 24-Jährigen ernst. In der Nordischen Kombination steht der Bewerb auf der Normalschanze (10 Uhr) mit anschließendem Zehn-Kilometer-Langlauf (13:45 Uhr) auf dem Programm.
"Ich zähle sicher zu den Mitfavoriten", ist sich Lamparter im "Heute"-Talk bewusst. "Aber es wird sehr eng. Wir hupfen alle auf den gleichen Fleck." Der Tiroler gesteht: "Ich schaue ehrlich gesagt auf die Großschanze, wo man sich mehr Vorsprung herausspringen kann."
Lamparter und Olympia – das war bislang keine Liebesbeziehung. Auch 2022 in Peking war der einstige Doppelweltmeister im Vorfeld am Papier der Beste – es wurde Doppel-Blech. "Es geht schnell, dass man keine Medaille macht. Aber ich habe mir im Sommer geschworen, dass ich alles daran setze, nicht mehr Vierter zu werden. Diesem Ziel habe ich alles untergeordnet. Ich stehe körperlich in einer sehr guten Verfassung da. Ich bin zufrieden, wie es läuft. Ich habe das Zeug, um um Gold zu fighten. Selbstläufer ist es allerdings keiner."
Was, wenn es mit der erhofften Medaille nicht klappt? "Dann dreht sich die Welt auch weiter. Olympia hat für mich nicht den Stellenwert wie eine Kristallkugel. Denn sportlich gesehen ist eine Kugel noch härter zu erreichen. Aber klar, es fehlt in meiner Sammlung eine Olympiamedaille und ich will eine haben. Ich würde lügen, wenn ich sage, es ist mir egal."
Um sein Ziel nicht zu gefährden, verfolgt Lamparter gewisse Prinzipien. Händeschütteln lehnt er aus Sorge vor Viren während der Saison ab – und auch Alkohol. Daran würde sogar ein Olympiasieg nichts ändern.
"Sollte ich im ersten Bewerb erfolgreich sein, werde ich trotzdem keinen Alkohol trinken. Weil ich den ganzen Sommer für meine Form geopfert habe. Es würde mich im Hinblick auf die Großschanze wahnsinnig ärgern, wenn ich aus diesem Grund krank werde. Aber sollte ich in Italien erfolgreich sein, werde ich nach den Spielen sicher auf ein Bier gehen."