Bis zu einem halben Jahr

Lange Wartezeit für ID Austria bringt Nutzer an Grenzen

Die Verlängerung der Zertifikate für die ID Austria sorgt für Ärger. Jetzt kommen neue Probleme ans Licht, die viele Nutzer vor große Hürden stellen.
Digital  Heute
26.03.2026, 10:36
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Die digitale Identität ID Austria sollte eigentlich die Zukunft sein – schnell, modern, alles online. Stattdessen fühlen sich derzeit viele Nutzer eher in einem analogen Behördendschungel wieder. Zahlen aus dem Winter zeigen, dass trotz des groß angekündigten Starts Millionen Menschen mittlerweile registriert sind – und gleichzeitig wächst der Ärger über Wartezeiten und schwierige Prozesse. Schuld sind die Nutzerinnen und Nutzer daran aber großteils selbst.

Die digitale ID‑Lösung, die seit dem 5. Dezember 2023 in Österreich die klassischen Verfahren wie Handy‑Signatur und Bürgerkarte ersetzt hat, ist tatsächlich kein Nischenprodukt mehr. Mit Stand Ende 2025 haben sich rund 4,8 Millionen Menschen in Österreich registriert und nutzen sie, um etwa Behörden‑ und Online‑Dienste zu öffnen. Allein seit Sommer kamen etwa 900.000 neue Nutzer dazu, wie aus offiziellen Angaben hervorgeht.

Für viele Nutzer ist die ID Austria längst ein zentraler Zugangsschlüssel zum digitalen Alltag geworden. Doch genau hier schlägt bei manchen die Ernüchterung zu. Vor allem Personen ohne österreichischen Pass oder Wohnsitz stehen aktuell vor einem Problem, das weit über technische Unpässlichkeiten hinausgeht. Wie "Der Standard" berichtete, entwickelt sich die Registrierung oder Verlängerung der ID Austria für diese Menschen zur Wartezeit‑Odyssee.

Wartezeiten bis zu einem halben Jahr

Während österreichische Staatsbürger im Regelfall ihre ID Austria online verlängern können, müssen Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft diesen Schritt persönlich bei einer Behörde erledigen. Genau dort hakt es gewaltig: In vielen Bundesländern sind die Termine bei Landespolizeidirektionen, Finanzämtern oder Registrierungsstellen – in manchen Fällen – bis weit in den Sommer hinein ausgebucht.

In Wien berichten Betroffene von Wartezeiten von bis zu sechs Monaten für einen Termin, andernorts müssen Interessierte mehrere Wochen ausharren oder regelmäßig nach freien Slots suchen. Das führt zu einer paradoxen Situation: Während die ID Austria für Millionen Nutzer täglich funktioniert, ist sie für andere derzeit faktisch nur eingeschränkt verfügbar. Besonders belastend ist das für Menschen, die im Alltag auf digitale Behördenservices angewiesen sind.

Leistungen, Job, Wohnen an ID Austria geknüpft

Der Fall ist das etwa beim Beantragen von Leistungen sowie bei Job‑ oder Wohnungsangelegenheiten. Wer keinen gültigen Termin bekommt, bleibt außen vor, obwohl die Nutzung theoretisch möglich wäre. Die Ursache, so heißt es aus Behördenkreisen, sei die stark gestiegene Nachfrage nach Registrierungsterminen und die begrenzte Kapazität vor Ort. Besonders die Pflicht, persönlich zu erscheinen, schafft einen Engpass.

Denn in vielen Fällen müssen Betroffene nicht nur einen Termin ergattern, sondern auch einen amtlichen Lichtbildausweis, ein Smartphone und ein aktuelles Passfoto mitbringen, damit die Freischaltung überhaupt erfolgen kann. Dass die ID Austria selbst für so viele Menschen relevant ist, zeigt vor allem ihre Verbreitung: Mit knapp fünf Millionen registrierten Identitäten erreicht sie einen Großteil der österreichischen Bevölkerung.

Doch für die Betroffenen in der jetzigen Situation bedeutet das vor allem eines: geduldig bleiben und hoffen, dass schnell(er) freie Termine auftauchen – oder sich noch intensiver auf die Suche nach kurzfristigen Slots bei den Behörden machen. Viele berichten, sie würden ihre Anfragen permanent erneuern, in der Hoffnung, dass abgesagte Termine wieder verfügbar werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.03.2026, 10:36
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