LASK-Kapitän Pervan: "Will noch öfter zu Rapid!"

Pavao Pervan (LASK)
Pavao Pervan (LASK)Bild: Gepa Pictures/ Christian ort
LASK-Kapitän Pavao Pervan im "Heute"-Interview. Was den LASK so stark macht, der Name des künftigen Stadions und der Zauber von Rapid.

Fast sieben Jahre ist der Wechsel von Torhüter Pavao Pervan zum LASK schon her. Seitdem hat er in der Stahlstadt viel miterlebt. 2011 der Abstieg aus der Bundesliga, dann der Zwangsabstieg in die Regionalliga, das gescheiterte Aufstiegs-Play-off gegen Liefering - in den Anfangsjahren der Liaison Pervan-LASK gab es viele Rückschläge. Es folgte der Abschied von der alten Heimstätte "Gugl", der Konkurs drohte, die Investorengruppe "Freunde des LASK" musste einspringen und den Verein wieder auf Vordermann bringen.

Pervan hielt dem Klub immer die Treue, auch wenn es zwischendurch Interesse aus der Bundesliga gab. Nun hat er sein großes Ziel erreicht. Schon vor dem Saisonende steht fest: der LASK ist Erste-Liga-Meister und kehrt in die höchste Spielklasse zurück. Im Gespräch mit "Heute" sprach der sympathische Keeper offen über die ambitionierten Ziele des Klubs, warum der LASK eine große Familie ist und welchen Namen das künftige Stadion tragen soll. Auch die besondere Verbindung mit dem Rapid-Stadion war Thema.

"Heute": Ihr habt es geschafft, Aufstieg und Meistertitel sind fix. Ist jetzt Party angesagt?

Pavao Pervan:
"Nach der Saison werden wir uns die Zeit nehmen, das gebührend zu feiern. Im letzten Heimspiel gibt's dann wahrscheinlich den Teller. Aber bis dahin können wir nicht jeden Tag feiern. Wir haben noch Ziele. Wir wollen den Punkterekord von St. Pölten knacken, also mindestens 81 Punkte holen. Das wäre ein würdiger Abschluss."

Erst Aufstieg, dann Cup-Halbfinale, dann Meistertitel. Was war Dein Highlight?

"Der schönste Moment war das Cup-Semifinale gegen Rapid. Da hat man gesehen, was wir geschafft haben. Wir werden jetzt gegen andere Traditions-Klubs spielen, in tollen Stadien. Es waren so viele LASK-Fans mit. Wie sie uns auch nach der Niederlage gefeiert haben, war Wahnsinn."

War die Leistung gegen den Rekordmeister auch eine Kampfansage an die Bundesliga-Klubs?

"Das macht Lust auf mehr. Alle in der Bundesliga freuen sich auf den LASK. Wir wollen uns nach oben orientieren, nicht Neunter werden. Natürlich müssen wir am Boden bleiben und können nicht schon vom Meistertitel oder der Europa League sprechen. Wir sind ein gesunder Aufsteiger, haben auch Sponsoren, auf die wir uns verlassen können. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Auf keinen Fall, um oben ein, zwei Jahre herum zu gurken und dann wieder abzusteigen. Wir wollen den LASK noch größer machen!"

Was erwartet Euch, wie groß ist der Unterschied zwischen den Ligen?

"Wenn man an die Bundesliga denkt, kommen zuerst immer die großen Vier. Aber auch die anderen Teams haben hohe Qualität. Salzburg steht vom Budget her über allen anderen, unterschätzen darf man aber niemanden. Es wird sicher eine große Umstellung."

Gegen Rapid habt Ihr gezeigt, was in Euch steckt. Fabiano hat danach die Niederlage auf sich genommen, sich auf Facebook bei den Fans entschuldigt und nur positive Reaktionen hervorgerufen. Geht es beim LASK familiärer zu, als bei anderen Klubs?

"Das zeigt, welch tolle Charaktere wir in der Mannschaft haben. Wir leben richtig mit diesem Verein mit. Ich hatte das Gefühl, dass wir durch die Niederlage noch ein Stück zusammengerückt sind. Das ist richtiger Zusammenhalt, das macht uns auch so stark. Dass Fabiano schuld war, sah übrigens nur er selbst so!"

Zusammenhalt ist ein gutes Stichwort. Wird die Mannschaft zusammengehalten oder kommt es im Kader zu vielen Änderungen?

"Das Team soll zusammen bleiben. Durch die Leistungen haben sicher einige Begehrlichkeiten geweckt. Aber alle fühlen sich hier einfach so wohl und wissen, was geboten wird. Wir werden uns nur punktuell verstärken. "

Um bei Rapid zu bleiben. Dem Rekordmeister geht es gar nicht gut, habt Ihr da in Linz mitgezittert? Der Abstieg eines solchen Traditionsklubs wäre der Supergau für den österreichischen Fußball gewesen.

"Ich verfolge die Bundesliga sowieso immer mit, weil ich interessiert bin. Den Abstieg vergönne ich niemandem. Ich habe durch den Abstieg mit dem LASK gesehen, wie hässlich das ist und wie schwer man wieder zurück nach oben kommt. Traditionsvereine wie Rapid sind besonders wichtig. Ich will noch öfter ins Allianz Stadion!"

Das scheint einen großen Eindruck hinterlassen zu haben…

"Es herrscht eine unglaubliche Atmosphäre. Auf beiden Seiten wurde richtig Stimmung gemacht. Eines muss ich auch sagen: Dass man die 2000 Linzer unter den fast 20.000 Zuschauern immer gehört hat, macht mich richtig stolz."

Gleiche Abstiegs-Frage mit der SV Ried. Zittert Ihr um das OÖ-Derby?

"Das Derby hat immer eine besondere Brisanz. Es wäre sehr schade darum. Die Hütte wäre sicher immer voll, bei uns und bei ihnen. Die Emotionen, die Vorgeschichte, solche Spiele sind etwas Besonderes. "

Schafft Ihr die angesprochene volle Hütte nächstes Jahr regelmäßig?

"Ja, das glaube ich schon! Es werden sicher viele Dauerkarten verkauft. Wir haben attraktivere Ankicks-Zeiten, attraktivere Gegner. Mit unserem Fußball können wir die Leute mitreißen. Die Fans sehnen sich nach Bundesliga-Fußball!"

Jetzt spielt Ihr schon seit einiger Zeit in Eurer neuen Heimat. Ist das Paschinger Waldstadion (inzwischen TGW-Arena) bundesligareif?

"Auf jeden Fall. Es ist ein kleiner Hexenkessel. Wenn es voll ist, herrscht eine sensationelle Stimmung. Es gibt keine Laufbahn, beim Einwurf kann man die Spieler fast am Leiberl ziehen. Das taugt den Fans und den Spielern. Im Endeffekt wurde mit dem Umzug von der Gugl alles richtig gemacht. Es ist die perfekte Lösung, zumindest als Übergang zum eigenen Stadion. "

Darüber wird in Linz schon lange diskutiert. Glaubst Du, dass Ihr in absehbarer Zeit eines bekommt?

"Zu 100 Prozent! Die Leute, die sich darum kümmern, haben extrem viel Knowhow. Ich vertraue darauf, dass das klappt."

Wie soll es heißen, das neue Stadion, sobald es fertig ist?

"… gute Frage (lacht). Werden die heutzutage nicht eh immer nach einem Sponsor benannt?"

Schon, aber ob das bei den traditionellen Fans so gut ankommt?

"Da werden sich andere den Kopf zerbrechen. Aber sollte dann Zipfer oder Raiffeisen drauf stehen, ist es mir eigentlich egal, und den Fans wahrscheinlich auch."

Kommen wir noch zu Deiner persönlichen Situation. Du hast heuer schon einiges wegstecken müssen. Wie ging es Dir mit Deiner schweren Verletzung, wie sehr tat das Zusehen weh?

"Es hat mich sehr hart getroffen, weil es ungewohnt war. Ich war noch nie wirklich verletzt und dann gleich ein Mittelfuß-Bruch. Daran hatte ich lange zu knabbern. Ich kann nur allen Leuten im Verein, die mir geholfen haben, danke sagen. Das werde ich nie vergessen! Auch danke an die anderen Torhüter, Filip Dmitrovic und Maxi Penz, die sich immer sehr korrekt verhalten, auch wenn leider immer nur einer spielen kann."

Über was hast Du in dieser Zeit nachgedacht?

"Ich habe jetzt nicht direkt ans Karriereende gedacht, so schlimm war die Verletzung nicht. Aber man kommt schon ins Grübeln. Es kommen auch Gedanken, wie schnell es mit diesem wunderschönen Job vorbei sein kann. Ich habe also sehr viel mitnehmen können."

Zu guter Letzt: Ich behaupte einmal frech, dass es selten so leicht war wie jetzt, als Goalie ins Nationalteam zu kommen (Robert Almer verletzt, Rücktritt Ramazan Özcan, Ersatzrolle Heinz Lindner, keine Profi-Rolle Daniel Bachmann). Wie hoch schätzt Du jetzt mit der Bundesliga als Auslage Deine Chancen ein?

"Jeder, der in der Bundesliga spielt, hat die Chance. Aber es wäre falsch, jetzt schon irgendwelche Ansprüche zu stellen. Logisch ist es das Ziel von jedem. Ich muss jetzt aber zuerst in der Bundesliga meine Leistungen zeigen."

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