Anthony Davidson, der sich am Wochenende bei den "24 Stunden von Le Mans" bei einem Crash zwei Rückenwirbel brach, spricht erstmals über seinen Horrorunfall. Unglaublich: Nach dem Einschlag stieg er trotz der schweren Verletzung selbst aus dem Wrack.
Anthony Davidson, der sich am Wochenende bei den "24 Stunden von Le Mans" bei einem Crash zwei Rückenwirbel brach, spricht erstmals über seinen Horrorunfall. Unglaublich: Nach dem Einschlag stieg er trotz der schweren Verletzung selbst aus dem Wrack.
Es war der Schockmoment der 80. Auflage der "24 Stunden von Le Mans" und überschattete den elften Gesamtsieg von Audi an der Sarthe (). Gegen 20 Uhr kollidierte Davidson beim Überrunden mit einem langsameren Ferrari. Sein Toyota wurde daraufhin in die Luft geschleudert und flog mit mehr als 200 km/h in den Reifenstapel.
"Ich dachte, er würde links bleiben, was zunächst auch so aussah. Ich fuhr durch den Scheitelpunkt der Kurve, begann zu bremsen und hatte die Kurve fast schon durchfahren, als ich hinten links getroffen wurde", beschrieb Davidson den Unfall. "Das Auto drehte sich nach links, hob ab und flog kopfüber durch die Luft. In diesem Moment fühlte ich mich wie in einem Flugzeug, das außer Kontrolle geraten ist. Ich wusste, wie nahe die Streckenbegrenzung war und dass bei dieser Geschwindigkeit der Einschlag nicht lange auf sich warten lassen würde."
Harte Landung
Der ehemalige britische Formel-1-Pilot hatte Todesangst. "Das Auto schlug dann auf dem Boden auf, dabei spürte ich einen gewaltigen Schlag in den Rücken. Ich hatte meine Augen geschlossen und die Hände vom Lenkrad genommen. Eine halbe Sekunde später bin ich dann frontal eingeschlagen. Ich öffnete meine Augen und realisierte, dass ich noch lebe. Ich hatte Schmerzen, spürte aber meine Füße und konnte sie bewegen, das hat alles funktioniert", erzählte der 33-Jährige.
Was danach folgte ist angesichts der schweren Verletzung - Davidson brach sich den elften und zwölften Rückenwirbel, das Rückenmark blieb unverletzt - ein Wunder: "Ich weiß, dass ich gerade bei einer Rückenverletzung im Auto sitzen bleiben sollte, aber ich war ein wenig panisch und musste aus dem Auto heraus. Das war wirklich seltsam. Ich bin wegen der Schmerzen vorsichtig ausgestiegen und habe mich auf die Seite des Autos gelegt, bis die Rettungskräfte bei mir waren."
Davidson hofft auf schnelles Comeback
Nach wie vor hat der Brite große Schmerzen. "Ich habe mich schon einmal besser gefühlt, soviel ist sicher. Ich habe Schmerzen im mittleren Bereich des Rückens. Aber das ist das Einzige, was mir wehtut, ich habe wirklich Glück gehabt", so Davidson, der hofft, bald wieder im Rennauto zu sitzen: "Die Ärzte sagen, dass es im Durchschnitt drei Monate dauert, bis die Verletzung ausgeheilt ist. So lange dauert es, bis die Knochen vollständig geheilt und genau so stark wie vorher sind. Das gilt für einen Durchschnittspatienten und nicht für einen Profisportler. In etwa drei Wochen sollten die Schmerzen verschwinden und die volle Beweglichkeit zurückkehren."