Auf der 6. Etappe der Österreich-Radrundfahrt kam es am Freitag im Schlusssprint zu einem Massensturz. Auch der derzeitige Leader Kevin Seeldraeyers war darin verwickelt. Der Oberösterreicher Riccardo Zoidl verteidigte den zweiten Gesamtrang und ist für Bernhard Eisel nun Favorit auf den Tour-Sieg.
182 Kilometer waren von Maria Taferl nach Poysdorf zu absolvieren. Das Rennen wurde in einem Massensprint entschieden. Der Deutsche Gerald Ciolek, Sprintspezialist vom Team MTN, setzte sich vor dem Italiener Simone Ponzi und dem Australier Jonathan Cantwell durch.
Wenige hundert Meter vor dem Etappenziel kam es zu einem Massencrash. Tour-Leader Seeldraeyers stürzte ebenfalls und erlitt Abschürfungen an den Knien und Beinen. Aufgrund des Sturzes wurden alle Fahrer zeitgleich gewertet. Zoidl kam unbeschadet durch. Er liegt weiterhin 52 Sekunden hinter dem Belgier auf Rang zwei.
Am Samstag steht das vorentscheidende Zeitfahren in Podersdorf am Programm, . Bernhard Eisel, der in diesem Jahr in Österreich statt bei der Tour de France an den Start geht, glaubt, dass Zoidl der erste österreichische Gesamtsieger seit Thomas Rohregger 2008 werden wird.
Eisel: Zoidl gewinnt die Tour
"Wenn man ein bisschen Ahnung vom Radsport hat, ist er der große Favorit", so Eisel bei "Sky". "Seeldraeyers und Astana machen nur noch die Arbeit für ihn, bringen ihn nach Podersdorf. Dort gewinnt er das Zeitfahren mit über einer Minute Vorsprung, fährt dann in Wien noch ein paar Runden über den Ring und reißt im Gelben Trikot die Hände hoch. So wird´s sein."
Fahrer sammeln für Hochwasseropfer
Die Ö-Tour führte auch durch Orte, die vom Hochwasser heimgesucht wurden. Dies ging an den Fahrern nicht spurlos vorbei. "Es ist zwar schon eine Zeit lang her und leider auch schon aus dem medialen Fokus. Wer aber hier die Donau entlang fährt, kann das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe erst richtig begreifen. Ich denke, das hat den gesamten Tour-Tross betroffen gemacht. Deshalb werfe ich einmal 1.500 Euro in den Sammeltopf und werde im Fahrerlager bis Sonntag in Wien noch mit dem Hut herumgehen", so Eisel.
6. Etappe (Maria Taferl - Poysdorf/182 km):
1. Gerald Ciolek (GER) MTN-Qhubeka 4:17:42 Std.
2. Simone Ponzi (ITA) Astana
3. Jonathan Cantwell (AUS) Saxo-Tinkoff
4. Tosh van der Sande (BEL) Lotto-Belisol
5. Fabio Felline (ITA) Androni
6. Omar Bertazzo (ITA) Androni
7. Thor Hushovd (NOR) BMC
8. Alessandro Malaguti (ITA) Androni
9. Daniel Biedermann (AUT) Team Vorarlberg
10. Christopher Sutton (AUS) Sky
Weiter:
13. Andreas Müller (AUT) Gebrüder Weiss Braunau
15. Martin Weiss (AUT) Tirol Cycling
18. Wolfgang Geisler (AUT) WSA Graz
19. Bernhard Eisel (AUT) Sky
24. Martin Schöffmann (AUT) WSA
26. Riccardo Zoidl (AUT) Gourmetfein Wels
27. Markus Götz (AUT) WSA
39. Alexander Djatschenko (KAZ) Astana, alle gl. Zeit
126. Kevin Seeldraeyers (BEL) Astana, nach Sturz zeitgleich gewertet
Aufgegeben u.a.: Stefan Denifl (AUT) IAM (Sturz)
Gesamtwertung:
1. Seeldraeyers 24:39:21 Std.
2. Zoidl +0:52 Min.
3. Djatschenko +1:04
4. Dries Devenyns (BEL) Omega-Quick Step 1:45
5. Nicolas Edet (FRA) Cofidis 1:47
Weiter:
21. Paul Lang (AUT) 8:35
22. Hans-Jörg Leopold (AUT) WSA 8:43
27. Harald Totschnig (AUT) Tirol Cycling 13:56
32. David Wöhrer (AUT) Tirol Cycling 17:35