"Leuchtturm erloschen"

Leben für das Kino: Regie-Legende Hark Bohm ist tot

Die Film-Szene trauert um einen ganz Großen. Mit seinen Filmen prägte er das Kino nachhaltig.
Heute Entertainment
14.11.2025, 17:44
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Das deutsche Kino verliert eine seiner prägendsten Stimmen: Regisseur, Autor und Schauspieler Hark Bohm ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 86 Jahren in Hamburg. Im Kreis seiner Familie, wie seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Bohm gehörte zu den wichtigsten Protagonisten des modernen deutschen Kinos. Mit sozialkritischen Klassikern wie "Nordsee ist Mordsee" (1976), "Moritz, lieber Moritz" (1978) und "Yasemin" (1988) setzte er Maßstäbe. Letzterer brachte ihm sogar den Bundesfilmpreis in Gold ein. Seine Filme erzählten oft von Jugendlichen, Außenseitern, vom Aufwachsen am Rand der Gesellschaft und trafen stets den Nerv ihrer Zeit.

Sein Sohn starb 2022

Doch Bohm war weit mehr als nur Regisseur. Er stand auch selbst vor der Kamera, unter anderem in Rainer Werner Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun" und in Helmut Dietls Kultsatire "Schtonk!". Seine markante Erscheinung und sein Gefühl für Charaktere machten ihn auch als Schauspieler zu einer festen Größe.

Bohms Einfluss reichte weit über seine eigenen Werke hinaus. 1971 gründete er den Filmverlag der Autoren, die wichtigste kreative Plattform des Neuen Deutschen Films. Er war Mitbegründer des Filmfests Hamburg und baute ab 1992 den Filmstudiengang der Universität Hamburg mit auf. Kaum jemand prägte den deutschen Filmnachwuchs so nachhaltig wie er.

Sein Wirken wurde zuletzt 2025 noch einmal international gefeiert: Fatih Akin, einer seiner bekanntesten Schüler, präsentierte in Cannes den Film "Amrum", basierend auf Bohms autobiografischem Roman.

Nach dem Tod seines Mentors meldete sich Akin emotional zu Wort. Über seine Managerin ließ er mitteilen: "Mein Freund und Meister Hark Bohm ist von uns gegangen. Der Leuchtturm ist erloschen. Harks Seele atmet in seinem einzigartigen Werk weiter."

Hark Bohm hinterlässt seine Ehefrau Natalia Bowakow, sechs Kinder, darunter den 2022 verstorbenen Schauspieler Uwe Bohm, sowie ein filmisches Erbe, das in Deutschland seinesgleichen sucht.

Seine Filme bleiben. Sein Einfluss bleibt. Und sein Name wird weiterhin leuchten. Auch wenn der Leuchtturm, wie Akin es ausdrückte, nun erloschen ist.

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