Seit Montag läuft der auf neun Wochen angesetzte Prozess von Prinz Harry (41) gegen die Verleger der "Daily Mail". Der Herzog von Sussex wirft dem Medienhaus Associated Newspapers vor, über Jahrzehnte hinweg illegal Informationen beschafft zu haben.
Jetzt wurde Harry jedoch bereits am dritten, statt wie geplant am vierten, Verhandlungstag seiner Zivilklage in den Zeugenstand gerufen.
Während seiner Aussage musste der Richter den Herzog von Sussex laut "ZDF" mehrfach ermahnen, sich auf Antworten zu beschränken und nicht selbst die juristische Argumentation zu übernehmen.
Laut Klage sollen Privatdetektive eingesetzt worden sein, um Telefongespräche und Mailbox-Nachrichten abzuhören. Auch der Einsatz von Wanzen steht im Raum.
Zusätzlich geht es um sogenanntes Blagging, bei dem sich Journalisten oder deren Helfer mit falscher Identität Zugang zu sensiblen Informationen wie Krankenakten oder Bankdaten verschafft haben sollen.
Der Verlag weist all das entschieden zurück. Die Verteidigung argumentiert, die Informationen seien aus Harrys persönlichem Umfeld an die Medien gelangt. Freunde oder Bekannte hätten Details weitergegeben, nicht illegale Recherchemethoden.
Die Beweisführung ist komplex. Das Harrys Anwaltsteam legte 14 Artikel vor, bei denen es von rechtswidriger Informationsbeschaffung ausgeht. Thematisiert werden darin unter anderem private Details aus der Beziehung zwischen Prinz Harry und seiner Ex-Freundin Chelsy Davy.
Auf legalem Weg, so die Argumentation des Anwalts des 41-Jährigen, David Sherborne, hätten diese Inhalte nicht beschafft werden können.
Zusätzlich will Sherborne anhand von Zahlungsströmen belegen, dass es enge Verbindungen zwischen Journalisten der "Mail" und bekannten Privatdetektiven gegeben habe.
Während Harry am Mittwoch das Gerichtsgebäude laut "Bild" mit leichtem Lächeln betrat, kippte im Laufe des Tages die Stimmung. Der Prinz wurde im Kreuzverhör befragt, unter anderem zu 14 Journalisten, die über ihn berichtet haben.
Auf die Frage, ob es sich dabei um Freunde gehandelt habe, antwortete er klar: "Nein." Und weiter: "Diese Informationen kamen nicht von meinen Freunden. Warum sonst wären Privatdetektive benutzt worden?"
Seine Abneigung gegen Teile der Boulevardpresse wurde zudem sehr deutlich. "Viele von ihnen habe ich gehasst!", sagte Harry laut der Zeitung offen.
„Die 'Daily Mail' hat mein Leben und vor allen Dingen das meiner Frau unerträglich gemacht.“Prinz Harrywährend des Prozesses
Um 14.25 Uhr endete das Kreuzverhör. Danach übernahm Harrys eigener Anwalt. Auf die Frage, wie ihn die Berichterstattung der "Daily Mail" beeinflusst habe, antwortet der Prinz mit brüchiger Stimme: "Die 'Daily Mail' hat mein Leben und vor allen Dingen das meiner Frau unerträglich gemacht."
Wenig später, gegen 14.32 Uhr, verließ ein sichtlich bewegter Prinz Harry den Gerichtssaal.