Mittwochabend traute eine "Heute"-Leserin ihren Ohren nicht. Bis in ihre Wohnung in der Boschstraße im 19. Wiener Bezirk drang die obszöne Lärmbelästigung. Es war gegen 20.30 Uhr, als sie von draußen höchst ungustiöse Sprüche hörte.
Die Frau ging ans Fenster, um die Quelle der Ruhestörung auszumachen. Direkt gegenüber machten sich arbeitende Männer mit einem Lautsprecher einen "Spaß" – und sorgten mit derben Sprüchen für Aufsehen.
Auf dem Grundstück von "Wien Kanal" fuhr ein grüner Lastwagen langsam Richtung Ausfahrt. Währenddessen drang aus einem Lautsprecher lautstark und deutlich die Stimme eines Mitarbeiters, wie ein Leserreporter-Video zeigt.
"Leck' meine Eier", schrie der Mann mehrfach in ein Mikrofon. Die Kommunikation war mehr als deutlich zu hören – für die Leserin und Anrainerin ein No-Go. "Es ist ohnehin ziemlich laut dort – auch in den Nachtstunden. Und ich meine: Solch dümme Sprüche hören auch meine Kinder", regt sich Wienerin gegenüber "Heute" auf.
Die Anrainerin zeigte sich im "Heute"-Talk verstört über die Zurufe via Lautsprecher: "Das hören Kinder." Auf Anfrage von "Heute" bedauert die Pressestelle von "Wien Kanal" den Vorfall: "Das entspricht ganz und gar nicht unserem Verständnis vom Auftreten als öffentlicher Dienstleister. Wenn das so war, hat das sicher für den Mitarbeiter Konsequenzen."
Ein klärendes firmeninternes Gespräch brachte letztendlich Karheit in die Causa: Es handelte sich demnach um ein privates Gespräch im Fahrzeug zwischen Fahrer und Beifahrer, das aufgrund einer technischen Störung des Funkgeräts über ein offen stehendes Mikrofon zu hören war.
"Die gewählte Wortwahl war völlig unangebracht und ist mit unseren Umgangsformen als öffentlicher Dienstleister nicht vereinbar. Wir stehen zu dem Vorfall und entschuldigen uns ausdrücklich bei den betroffenen Anrainern für die dadurch entstandene Irritation", erklärte "Wien Kanal" gegenüber "Heute".
Den beiden Mitarbeitern selbst sei der Vorfall mehr als unangenehm, "sie möchten sich ebenfalls bei den Anrainern entschuldigen. Wir nehmen solche Vorfälle sehr ernst und sorgen dafür, dass sich ein derartiges Verhalten nicht wiederholt", so das Unternehmen abschließend.