Eine kurdische Familie, die seit rund dreieinhalb Jahren in Österreich lebt, soll trotz erfolgreicher Integration abgeschoben werden. Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, setzen sich Lehrkräfte der Mittelschule Volders sowie ein Flüchtlingsverein nun für ein Bleiberecht der fünfköpfigen Familie Yildiz ein.
Die Familie war Ende 2022 aus der Türkei nach Österreich geflüchtet. Vater Abdurrahman Yildiz gibt an, aus politischen Gründen verfolgt zu werden. Gegen ihn besteht in der Türkei ein Haftbefehl, weil ihm Verbindungen zur verbotenen PKK unterstellt werden. Trotz Arbeit, Deutschkenntnissen und der Integration der Kinder in Schule und Lehre erhielt die Familie keinen Asylstatus.
Am 15. Juni kam es laut Yildiz zu einem Abschiebeversuch. "In den frühen Morgenstunden kam die Polizei, um unsere Abschiebung durchzuführen; die Kinder hatten große Angst. Meine Frau erlitt einen Zusammenbruch und musste ins Krankenhaus gebracht werden." Die Familie sei dabei vorübergehend getrennt worden und lebt seither aus Angst vor einer neuerlichen Abschiebung im Verborgenen.
Der Familienvater verzichtete nach eigenen Angaben auf Sozialhilfe, kämpfte um eine Arbeitserlaubnis und brachte sich Deutsch bis zum B1-Niveau großteils selbst bei. Sein 17-jähriger Sohn hatte bereits eine Lehre begonnen, die 14-jährige Tochter und der zehnjährige Sohn besuchten Schulen in Volders. Nach dem Abschiebeversuch musste der Sohn seine Lehre abbrechen.
Für die Familie besonders schmerzhaft sei gewesen, dass ihre Integrationsbemühungen aus ihrer Sicht keine Rolle gespielt hätten. „Wir hatten das Gefühl, dass unsere Bemühungen in den vergangenen drei Jahren, unsere Arbeit, unsere Integration und unser Beitrag zur Gesellschaft plötzlich keine Bedeutung mehr hatten."
An der Mittelschule Volders stößt der Fall auf Unverständnis. Lehrerin Andrea Angerer sagt: "Die Kinder waren komplett integriert, der ältere hat eine Lehre angefangen." Und weiter: „Wir sind schockiert, dass sie nicht mehr kommen können. Diese Familie erfüllt alles, was die Politik immer von AusländerInnen fordert, dennoch bekommen sie keine Chance." Auch Klassenlehrer Clemens Strasser und der Freundeskreis "Flüchtlingsheim Kleinvolderberg" sprechen sich laut TT für ein Bleiberecht der Familie aus.