Leiner-Haus adé: Jetzt kommt Wiener KaDeWe

Abbrucharbeiten am Leiner-Haus auf der Mariahilfer Straße 18.
Abbrucharbeiten am Leiner-Haus auf der Mariahilfer Straße 18.Alexandra Diry
Die Signa-Gruppe reißt das Leiner-Haus bis auf die Fassade ab. Ein "Heute"-Lokalaugenschein zeigt die Großbaustelle, wo das neue Kaufhaus entsteht.

Das Mega-Bauprojekt auf der Mahü – als Vorbild dient das legendäre Berliner KaDeWe – wirbelt Staub auf. Der Abschied des Leiners wurde am Montagvormittag sinnbildlich vollzogen: Ein Baukran mit Greifer riss das Leiner-Logo von der Fassade. Beim Eingangsbereich, wo vor einigen Wochen noch Kunden wegen Möbel hineinströmten, türmen sich jetzt die Schuttberge (Video unten)

Bis Herbst 2024 wird an der Stelle des ehemaligen Leiner-Flaggschiffs ein Kaufhaus samt Hotel und Dachpark des Immobilien- und Handelskonzerns Signa fertiggestellt. Der offizielle Name des neuen Kaufhauses ist bislang unbekannt, nicht aber das Konzept: Auf acht Stockwerken und 20.000 Quadratmeter Geschäftsfläche soll es neben Shopping und Gastronomie auch Möglichkeiten für Beauty-Behandlungen und Events wie Modeschauen geben. Was in vielen Großstädten längst normal ist, soll mit dem begrünten Dach in Wien einen Trend setzen. Der Betreiber des 150 Zimmer umfassenden Hotels steht seit letztem Jahr fest und soll demnächst verkündet werden. In einer "Heute"-Umfrage wünschten sich die Wiener einen vielfältigen Gastro-Mix, große Marken und Nachhaltigkeit.

Baustellenbetrieb trotz Denkmalschutzes

Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber erklärt die bauliche Vorgehensweise: „Die Abbrucharbeiten dauern vier bis fünf Monate. Ende September bzw. Anfang Oktober steht dort nur noch die historische Fassade entlang der Mariahilfer Straße.“ Beim Bedienen der Maschinen ist Fingerspitzengefühl gefragt: Das 1894 erbaute Jugendstil-Gebäude steht in einer sogenannten Schutzzone. Die Stadt Wien sieht vor, dass in diesen Zonen „charakteristische Ensembles vor Abbruch“ bewahrt werden. Als zuletzt das Geländer des Stiegenhauses im Inneren versteigert wurde, entfachte die Debatte, welche Charakteristika schützenswert sind. Über die gesamte Bauzeit erfolgen Baustellenzufahrt und -abfahrt über die Karl-Schweighofer-Gasse und nur in äußersten Ausnahmefällen über die Mariahilfer Straße, damit Verkehrsbehinderungen vermieden werden.

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