Geht es nach ÖFB-Präsident Leo Windnter, soll das österreichische Nationalteam nun die Früchte für die Arbeit unter Marcel Koller ernten. Nachdem der Schweizer beinahe drei Jahre im Amt ist, soll nun die erste sportliche Qualifikation für ein Großereignis gelingen. Dafür sind Punkte im Heimspiel gegen Schweden (Montag 20.45 Uhr im "Heute.at"-Live-Ticker) Grundvoraussetzung. Im APA-Interview spricht der 64-Jährige über den schweren Weg nach Frankreich.
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1998 qualifizierte sich das österreichische Nationalteam zuletzt für ein Großereignis - die WM in Frankreich. Nun soll es wieder Frankreich werden. Das Ziel ist die Europameisterschaft 2016. "Wir sind uns alle einig. Wir werden alles unternehmen, um die Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich zu schaffen." Dabei setzt der ÖFB-Präsident auch auf die Fans: "Es geht hin bis zum zwölften Mann. Das Spiel gegen Schweden ist ja praktisch ausverkauft.
Im Team herrscht eine positive Stimmung, auch unter den Spielern: "Sie können sich unterordnen, das ist eine neue Geschlossenheit. Die Priorität liegt auf dem Teamerfolg. Da gibt es keine Eitelkeiten oder Eifersüchteleien", weiß der 64-Jährige. Das ist auch ein Verdienst des Teamchefs: "Marcel Koller arbeitet gewissenhaft und fleißig. Es gibt niemanden, der sich ausgeschlossen fühlt."
"Es wird kein Spaziergang"
Dadurch, dass sich 23 Mannschaften plus die gesetzten Franzosen qualifizieren, wird die Aufgabe am Papier leichter. Das weiß auch der Präsident: "Von unseren Gegnern sind aber zumindest drei auf Augenhöhe. Es wird kein Spaziergang. Es muss trotzdem alles passen. Wir werden auch Partien verlieren, am Ende wollen wir aber unter den ersten zwei stehen", gibt der Präsident ein hochgestecktes Ziel aus.
Als letztverantwortlicher Entscheidungsträger - auch in der Teamchef-Frage - sieht sich Windtner, der seit fünfeinhalb Jahren im Amt ist, nicht: "Das gesamte Präsidium hat die Teamchef-Entscheidung getroffen und die Liga hat sie abgesegnet. Wir werden miteinander gewinnen und uns qualifizieren. Wenn es nicht funktioniert, sitzen wir immernoch im gleichen Boot."
"Team um das Team passt"
Für den Präsidenten sind die Rahmenbedingungen des Teams perfekt: "Im Vergleich mit anderen Ländern haben wir beim Team um das Team ein gutes Niveau - sowohl was Qualität als auch Quantität betrifft." Dass nur noch Salzburg im Europacup vertreten ist, schmerzt den obersten österreichischen Fußball-Boss allerdings: "Da hat aber auch das Spielglück gefehlt, dass die Austria im Vorjahr hatte."
Für die schwächelnden Leistungen im Europacup macht Windtner auch die Abwanderung österreichischer Kicker in die zweite deutsche Bundesliga verantwortlich: "Dort ist das Österreicher-Element so groß wie noch nie. Das ist ein Aderlass, den wir auch spüren." Das ist eine Sache des Geldes, was auch der ÖFB-Präsident weiß: "Jeder will im Land des Weltmeisters spielen. Wir müssen unseren Ausbildungsweg weitergehen."