Kaleen kämpft gegen Vorurteile

"Leopardenflecken": ESC-Sängerin spricht über Krankheit

Die weißen Flecken auf ihrer Haut fielen vielen Fans beim ESC auf. Nun erklärt Kaleen: Dahinter steckt die Pigmentstörung Vitiligo.
Hannah  Maier
11.03.2026, 14:06
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Bei ihren Auftritten rund um den ESC 2024 sorgten helle Flecken im Hüftbereich von Kaleen für Gesprächsstoff. Der Grund: Vor rund fünf Jahren wurde bei der 31-jährigen Sängerin und Tänzerin die chronische Hauterkrankung Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) festgestellt.

Für die Bühnenkünstlerin folgte zunächst eine Zeit voller Unsicherheit und Zweifel. Heute geht sie jedoch selbstbewusst damit um – und nennt die hellen Stellen auf ihrer Haut liebevoll ihre "Leopardenflecken". "Ich hatte schon immer mit Hautproblemen und auch mit Akne zu kämpfen. Doch als Künstlerin darf man sich nicht scheuen, Haut zu zeigen. Es ist nicht immer leicht, gerade wenn man auf der Bühne steht – aber man muss sich da durchkämpfen", sagt sie.

"Ich fühle mich wohl in meiner Haut"

Vitiligo ist eine chronische, nicht ansteckende Pigmentstörung: Das Immunsystem zerstört dabei die Pigmentzellen der Haut – es entstehen helle, weiße Flecken. Heute ist die Erkrankung deutlich bekannter und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. Die Sängerin lässt sich davon nicht unterkriegen: "Diese Erkrankung gehört jetzt halt auch zu mir", sagt Kaleen selbstbewusst.

Sie möchte zeigen, dass Vitiligo nichts Schlimmes ist – sondern etwas Einzigartiges. "Man muss sich nicht verstecken." Genau deshalb unterstützt sie nun die Vitiligo Hilfe Österreich, die derzeit einzige heimische Selbsthilfegruppe für Betroffene und ihre Angehörigen.

Betroffene gründet Selbsthilfegruppe

Gegründet wurde die Vitiligo Hilfe Österreich im Herbst 2025 von Annette-Marie Hofians, die selbst betroffen ist. Bei der heute 44-Jährigen trat die Krankheit vor rund 20 Jahren erstmals auf – die ersten weißen Flecken erschienen im Gesicht. "Einmal wollte mir jemand nicht die Hand geben, weil er dachte, es sei ansteckend. Außerdem gab es immer wieder blöde Blicke und Getuschel, besonders im Sommer, als ich mit T-Shirt unterwegs war", erzählt sie.

Heute geht Hofians selbstbewusst mit der Erkrankung um. Besonders stolz ist sie auf einen herzförmigen Fleck auf ihrem Fuß – er wurde sogar zur Inspiration für das Logo der Selbsthilfegruppe. Mit dem Verein möchte sie Betroffenen eine Plattform für Austausch bieten und gleichzeitig Vorurteile abbauen. Mit Kaleen als prominentem Mitglied hofft sie nun auf noch mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz für das Thema.

Physische und psychische Folgen

Laut Schätzungen sind in Österreich zwei bis vier Prozent der österreichischen Bevölkerung von Vitiligo betroffen. Grundsätzlich müsse man Vitiligo nicht zwingend behandeln, "denn für die Gesundheit ist die Krankheit nicht gefährlich", erklärt Dr. Christian Posch, Vorstand der Dermatologischen Abteilung der Kliniken Hietzing und Landstraße. Doch viele Betroffene kämpfen besonders mit psychischen Belastungen.

"Viele wissen nicht, dass die Forschung in den letzten Jahren große Schritte gemacht hat und auch noch lange nicht am Ende ist. Lange Zeit gab es tatsächlich keine spezifischen Therapien für Vitiligo, aber das hat sich geändert", erklärt Posch. "Wir hoffen, dass durch Kaleens Beitritt zur Vitiligo Hilfe Österreich viele Betroffene aufmerksam werden und sich an ihren Hautarzt oder ihre Hautärztin für eine ärztliche Beratung wenden", so der Experte.

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