Bereits jeder zweite

Hälfte der Lehrer in Teilzeit – Stadt sieht Vorteile

Fast jeder zweite Pflichtschul-Lehrer arbeitet nur noch Teilzeit. Lehrervertreter schlagen Alarm, laut Bildungsdirektion bietet das Modell Vorteile.
Wien Heute
11.03.2026, 07:30
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An Wiens Pflichtschulen zeichnet sich eine deutliche Veränderung ab: Laut Zahlen für das Schuljahr 2024/25 sind bereits 49,2 Prozent der Pflichtschullehrer in Wien teilzeitbeschäftigt. Das bedeutet: Beinahe jeder zweite Lehrer arbeitet nicht mehr Vollzeit – "Heute" berichtete.

Besonders auffällig ist der starke Anstieg innerhalb kurzer Zeit. Im Schuljahr 2023/24 lag der Anteil noch bei 37 Prozent. Für Thomas Krebs, Personalvertreter der Wiener Landeslehrer, ist das ein deutliches Warnsignal: "Ohne ausreichend viele Lehrerinnen und Lehrer in Vollbeschäftigung ist ein Schulbetrieb sehr schwierig zu gestalten."

Viele Lehrer reduzieren ihre Stunden

Vor allem Volksschulen kämpfen mit der Entwicklung. Dort arbeiten laut den aktuellen Daten bereits mehr Lehrer in Teilzeit als in Vollzeit. Eine Umfrage unter mehreren hundert Wiener Lehrern zeigt auch, warum viele ihre Stunden reduzieren. Zu den Gründen zählen Betreuungspflichten für Kinder oder Angehörige, ein Studium neben dem Job (mehr als ein Drittel der Befragten), Überlastung und gesundheitliche Probleme.

Krebs kritisiert dabei auch die Bildungspolitik deutlich: "Fehler der Wiener Landespolitik und des Bildungsministers, den Personalnotstand zu verharmlosen, wirken sich stark auf den schulischen Betrieb aus." Ein weiteres Problem: Immer öfter müssten Lehramtsstudierende bereits während des Studiums unterrichten, damit der Unterricht überhaupt stattfinden kann.

Studenten für Teilzeit-Anstieg verantwortlich

Auf "Heute"-Nachfrage erklärt die Bildungsdirektion den Anstieg der Teilzeit-Quote mit dem Landesvertragslehrpersonengesetz, § 7a: "Damit wurde eine Regelung geschaffen, die es Lehramtsstudierenden erleichtert, bereits während des Studiums in Teilzeit an Schulen tätig zu sein."

Teilzeit bedeute außerdem nicht automatisch eine halbe Stelle: Die Arbeitszeit könne zwischen etwa 20 und 99 Prozent einer Vollzeitstelle liegen, die Bezahlung erfolgt entsprechend aliquot: "Dieses Modell bietet den Schulen auch organisatorische Vorteile: Im Vertretungsfall besteht beispielsweise eher die Möglichkeit, dass Kolleg/innen einspringen. Wird hingegen eine Vollzeitkraft krank, fällt der gesamte Stundenumfang gleichzeitig weg."

Bewerbungsfenster im April

Um den Personalbedarf zu decken, startet im April das Hauptbewerbungsfenster für das Schuljahr 2026/27: "Zusätzlich soll es ein eigenes Bewerbungsfenster für klassenführende Lehrpersonen geben. Wenn an einer Schule Stunden frei werden, prüfen Schulleitungen zunächst, ob bestehende Lehrkräfte ihre Stunden aufstocken möchten", heißt es abschließend.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 09:34, 11.03.2026, 07:30
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