Gewerkschaft alarmiert

Hälfte der Wiener Pflichtschul-Lehrer in Teilzeit

Neue Zahlen aus Wien zeigen: Fast jede zweite Lehrperson an Pflichtschulen arbeitet in Teilzeit. Lehrervertreter schlagen daher nun Alarm.
Wien Heute
10.03.2026, 06:15
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An Wiens Pflichtschulen arbeitet mittlerweile fast jede zweite Lehrperson nicht mehr Vollzeit. Laut aktuellen Zahlen für das Schuljahr 2024/25 sind bereits 49,2 Prozent der Wiener Pflichtschullehrer nur teilzeitbeschäftigt.

Zahl der Teilzeit-Lehrer steigt stark

Damit ist der Anteil in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders auffällig: Noch im Schuljahr 2023/24 lag der Wert bei 37 Prozent – ein Jahr später sind es bereits fast die Hälfte aller Lehrkräfte, so Thomas Krebs, Personalvertreter der Wiener Landeslehrer. Besonders stark betroffen sind die Volksschulen. Dort arbeiten bereits mehr Lehrer in Teilzeit als in Vollzeit.

"Als StandesvertreterInnen sehen wir unsere dringenden Forderungen nach Attraktivierung des Lehrberufs in Wien durch diese Zahlen bestätigt. Ohne ausreichend viele LehrerInnen in Vollbeschäftigung ist ein Schulbetrieb sehr schwierig zu gestalten", so Krebs.

Eine Umfrage unter mehreren hundert Wiener Lehrern zeigt auch, warum viele ihre Stunden reduzieren. Der häufigste Grund sind Betreuungspflichten – etwa für eigene Kinder oder Angehörige. Mehr als ein Drittel der Befragten gab außerdem ein Studium als Grund für Teilzeit an.

Jeder 10. Lehrer wegen Überlastung in Teilzeit

Besorgniserregend sind laut Krebs auch andere Ursachen: Überlastung und gesundheitliche Probleme. Fast 11 Prozent der Befragten arbeiten wegen Überlastung nicht Vollzeit,  8 Prozent aus gesundheitlichen Gründen.

Der Lehrervertreter kritisiert zudem die Bildungspolitik deutlich: "Fehler der Wiener Landespolitik und des Bildungsministers, den Personalnotstand zu verharmlosen, wirken sich stark auf den schulischen Betrieb aus." Ein weiteres Problem sei, dass immer mehr Studierende bereits unterrichten müssten, damit der Schulbetrieb überhaupt aufrechterhalten werden kann. Auch fehlende arbeitsmedizinische Betreuung werde zum Problem.

Attraktivierung des Berufs gefordert

Krebs fordert deshalb Maßnahmen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen – etwa mehr zeitliche oder finanzielle Ressourcen für wichtige Aufgaben wie die Klassenführung.

Für Wiens Schulen wird die Situation damit immer schwieriger – denn ohne genügend Vollzeit-Lehrer wird der Stundenplan schnell zur Herausforderung.

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