"Wir halten die Trennung von zehnjährigen Kindern in gute und schlechte Schüler nicht für förderlich, das ist auch nachweislich nicht förderlich", stellte Wiens Bildungsstadträtin und Vize-Bürgermeisterin Bettina Emmerling kürzlich die vierjährige Volksschule in Frage. Sie wolle Wien zur Modellregion für eine sechsjährige Volksschule machen. Ein entsprechendes Pilotprojekt ist im Regierungsprogramm der SPÖ-NEOS-Koalition festgehalten, Wien würde hier vorangehen wollen – "Heute" berichtete.
Die FPÖ steht dem Vorstoß skeptisch gegenüber. In einer Anfrage an die Bildungsstadträtin wollten die Blauen nun wissen, wie genau die Pläne für die Umsetzung ausschauen. Insgesamt stellte die FPÖ acht Fragen inklusive einiger Unterfragen an Emmerling.
So hatte die FPÖ interessiert: "Wie viele zusätzliche Volksschulpädagogen erfordern ein fünftes und sechstes Volksschuljahr?", "Wie viele zusätzliche Klassenzimmer erfordern ein fünftes und sechstes Volksschuljahr?" oder "Soll die Modellregion nur für öffentliche Schulen oder auch für Privatschulträger verpflichtend eingeführt werden?"
Auch nicht unwichtig zu wissen ist, ob die Lehrer an Bord sind. Die Blauen fragten daher: "Haben Sie mit Lehrervertretern zu ihrem Vorstoß der Einrichtung einer Modellregion Wien Rücksprache gehalten?"
Auf diese und die anderen Fragen bekamen die Blauen keine Antwort. Emmerling teilte lediglich folgendes mit: "Der Bildungserfolg von Kindern steht für mich immer im Mittelpunkt. Im Wiener Regierungsprogramm und im Regierungsprogramm des Bundes wurden Modellregionen für eine gemeinsame Schule von den jeweiligen Koalitionspartnern verankert. Wien hat seine Bereitschaft erklärt, als Modellregion für ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt zur Verfügung zu stehen. Für konkrete Ausgestaltungsfragen ist es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch zu früh."
„Wie zu erwarten, ist die Idee Modellregion schon vor Beginn ein Rohrkrepierer. Ein Projekt, das im Sinn unserer Kinder besser gar nicht erst gestartet wird“Maximilian KraussKlubchef FPÖ Wien
Das findet die FPÖ aber "nicht genügend". Für FPÖ-Klubobmann und Bildungssprecher Maximilian Krauss ist klar: "Emmerling beweist einmal mehr, dass sie als Bildungsstadträtin eine komplette Fehlbesetzung ist. In Anbetracht dessen, dass wir jetzt schon weit zu wenig Lehrer und auch geeignete Klassenräume haben, müsste selbstverständlich längst mit der Planung begonnen werden. Wie zu erwarten, ist die Idee Modellregion schon vor Beginn ein Rohrkrepierer. Ein Projekt, das im Sinn unserer Kinder besser gar nicht erst gestartet wird."