Der geplante Bau einer neuen Volksschule in der Castelligasse in Wien-Margareten liegt vorerst auf Eis – "Heute" berichtete. Eigentlich hätte dort ab Herbst 2026 eine moderne Schule samt Standort für inklusive Pädagogik entstehen sollen. Doch wegen der angespannten Budgetlage hat die Stadt Wien das Projekt gestoppt. Die zuständige MA 56 bestätigte, dass geplante Schulbauvorhaben derzeit an die finanzielle Gesamtsituation angepasst werden müssen.
Der Baustopp sorgt nun für heftige politische Reaktionen. Besonders die Grünen Wien üben scharfe Kritik an der rot-pinken Stadtregierung. Parteichef Peter Kraus spricht von einem "völlig unverständlichen Stillstand". Immerhin bringe die Erhöhung der Wohnbauförderungsbeiträge der Stadt heuer rund 235 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen.
"Es stellt sich die drängende Frage: Wohin fließt das Geld? Offenbar nicht in den Schulausbau", kritisiert Bildungssprecher Felix Stadler. Die Grünen kündigen eine Anfrage an Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) an.
Auch die Wiener ÖVP greift die Stadtregierung an. Bildungssprecher Harald Zierfuß sieht im Baustopp eine Folge des "Milliardenlochs im Wiener Budget". Besonders brisant: Ausgerechnet in Margareten, wo viele Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen in die Schule starten, werde nun an Bildungsinfrastruktur gespart. "Kinder dürfen nicht die Leidtragenden der budgetären Fehlentwicklungen sein", so Zierfuß.