Mit einer ungewöhnlichen Aktion machten die SPÖ Frauen Döbling am Samstag am Sonnbergplatz auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam. Unter dem Motto "Wir sind sauer" verteilten sie zum Internationalen Frauentag Zitronen an Passanten und nutzten die Gelegenheit für Gespräche über Gleichstellung.
Im Mittelpunkt standen klare Forderungen: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, mehr Transparenz bei Gehältern sowie eine faire Aufteilung von Care-Arbeit. Auch die gesellschaftliche Aufwertung unbezahlter Arbeit war Thema der Aktion.
„Diese Ungleichheit ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen und genau deshalb muss sie auch politisch geändert werden“Mahboobeh BayatVize-Bezirkschefin Döbling
Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Mahboobeh Bayat: "Wir sind sauer, weil Frauen in Österreich noch immer rund 18 Prozent weniger verdienen, im Alter 40 Prozent weniger Pension bekommen und etwa 70 Prozent der unbezahlten Arbeit leisten. Diese Ungleichheit ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen und genau deshalb muss sie auch politisch geändert werden."
Die Aktion sollte auch zeigen, dass Gleichstellungspolitik konkrete Auswirkungen auf den Alltag hat. In Döbling entstehen etwa neue leistbare Wohnungen im Stadtquartier Muthgasse. Außerdem soll mit dem Projekt Döblinger Frauengeschichten die Rolle von Frauen im Bezirk stärker sichtbar gemacht werden.
Auch junge Menschen sollen stärker unterstützt werden, etwa durch zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche im Bezirk.
Bayat betont: "Frauenpolitik bedeutet für uns, strukturelle Ungleichheiten klar zu benennen und gleichzeitig konkrete Verbesserungen umzusetzen. Wir wollen einen Bezirk, in dem Frauen gleiche Chancen haben, Familien sich das Leben leisten können und junge Menschen gute Perspektiven finden."
Die Botschaft der Aktion ist klar: Solange Gleichstellung fehlt, bleibt der Geschmack am Frauentag für viele Frauen weiterhin sauer.