Charity Aktion

Für Waisenkinder – Wiener radelt durch die Ukraine

Stephan Riedl (32) möchte die Westukraine mit dem Fahrrad durchqueren. Mit der Aktion sammelt er Spenden für Kinder aus dem Kriegsland.
Wien Heute
11.03.2026, 11:24
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560 Kilometer liegen vor Stephan Riedl. Es handelt sich jedoch nicht um einen entspannten Fahrradurlaub, eine Auszeit vom Alltag. Vielmehr möchte der Wiener Gutes tun – und das bereits zum zweiten Mal.

"Ich habe viel Zeit in der Ukraine verbracht und enge Freunde dort", erzählt er von seinen Beweggründen. "Bereits am Anfang des Krieges habe ich ehrenamtlich in einem Geflüchtetenzentrum in Wien Essen ausgeteilt und übersetzt", so Riedl, der Russisch und Ukrainisch spricht. "Zudem bin ich ein leidenschaftlicher Radfahrer und als ich mir dann überlegt habe, wohin meine nächste Tour gehen könnte ist mir die Idee wie ein Blitz eingeschossen - warum verbinde ich das nicht einfach und tue etwas Gutes?"

2.500 Euro im Vorjahr gesammelt

Über die sozialen Medien, Freunde und Familie startete der 32-Jährige im Vorjahr eine Spendenaktion zugunsten der ukrainischen Hilfsorganisation "Children of Heroes". Die Idee: 560 Kilometer von Wien bis nach Uzhgorod zu fahren und die Tour mit Fotos und Videos zu dokumentieren. Gleichzeitig rief Riedl Menschen auf, für den guten Zweck zu spenden.

Die Organisation "Children of Heroes" unterstützt Kinder in der Ukraine, die ihre Eltern durch den russischen Angriffskrieg verloren haben. Mehr als 2.500 Euro konnte Riedl im Vorjahr sammeln. Nun will er die Aktion wiederholen und die Westukraine auf zwei Rädern durchqueren – in der Hoffnung, noch mehr Geld für Kinder sammeln zu können.

"Die Leute finden, dass es eine verrückte Idee ist"

Mit dem Zug will der sportliche Wiener zunächst nach Przemysl (Polen) reisen, von dort startet die Radtour durch den westlichen Teil der Ukraine. Danach verlässt er das Land wieder Richtung Rumänien (Iasi), um von dort mit dem Flugzeug zurück nach Wien zu reisen. Auch diesmal soll die Tour dokumentiert und dabei regelmäßig zum Spenden aufgerufen werden.

"Die meisten Leute finden, dass das eine völlig verrückte Idee ist, was vermutlich auch stimmt. Aber genau solche Ideen erregen Aufmerksamkeit und bringen die Leute zum Spenden", schmunzelt er. Start der Tour ist am 1. Mai, am 10. Mai plant Riedl wieder zurück in Wien zu sein. Die Reise finanziert der Jurist nach eigenen Aussagen selbst, für die Zeit der Tour nimmt er sich Urlaub. Zur Vorbereitung sind drei Monate lang regelmäßige Radtouren geplant.

"Ist mir das Risiko wert"

Dass er sich bei der Reise durch die Ukraine einer Gefahr aussetzt, ist ihm bewusst: "Psychisch bin ich natürlich angespannt, aber ich vertraue darauf, dass alles gut gehen wird. Ich mache das schließlich für Kinder, die ihre Eltern verloren haben, die den Krieg jeden Tag erleben. Da bleibt für Angst kein Platz. Wenn ich es schaffen sollte, anderen Menschen und vor allem Kindern durch meine Aktion zu helfen, so ist es mir das Risiko wert."

Mit seiner Aktion will Riedl auch zeigen, dass jeder etwas tun kann. Wer helfen möchte, kann auf der Fundraiser-Seite von Stephan Riedl spenden. Seine Tour wird er auf seiner Instagram-Seite dokumentieren. Für die Zukunft hat er einen Wunsch: "Dass meine nächste Radtour nur mehr aus Spaß an der Freude besteht".

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 11:36, 11.03.2026, 11:24
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