500 Milliarden Euro

"Jahrhundertprojekt" – Minister schließt Ukraine-Deal

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer war auf Mission in der Ukraine, hielt einen Gipfel mit 300 Gästen ab und hat erste Vereinbarungen getroffen.
Newsdesk Heute
08.03.2026, 11:17
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Ende des Kriegs in der Ukraine ist nicht in Sicht – und doch wird bereits um den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und Infrastruktur gefeilscht. Was dabei oft vergessen wird: Die Ukraine ist geografisch näher an Wien als Teile Tirols – und die österreichische Bauindustrie ein führender Player in Europa.

"Der Wiederaufbau der Ukraine ist ein europäisches Jahrhundertprojekt – und er eröffnet auch große Chancen für österreichische Unternehmen die wir nutzen müssen", sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Er hat sich dieser Tage deshalb auf Wirtschaftsmission in das Kriegsland begeben, neue Allianzen geschmiedet und Deals geschlossen.

Drei Vereinbarungen

Konkret wurden unter Führung des Ministers österreichische Unternehmen direkt mit der ukrainischen Verwaltung und ukrainischen Unternehmen zusammengebracht. Mit drei konkreten Vereinbarungen wurden weiters bessere Rahmenbedingungen geschaffen, damit heimische Betriebe ihre Stärke beim Wiederaufbau einbringen und aktiv an diesem Großprojekt mitarbeiten können. Der Gesamtbedarf wird mit rund 500 Milliarden Euro beziffert.

Schon jetzt gibt es rund 1.000 österreichische Unternehmen mit Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine. Darüber hinaus haben 200 österreichische Unternehmen Niederlassungen mit insgesamt 25.000 Beschäftigten im Land.

Höhepunkt war ein Wirtschaftsforum mit rund 300 Gästen aus österreichischen und ukrainischen Unternehmen sowie Vertretern einer gemeinsamen Wirtschaftskommission. Ergebnis der Mission sind drei Vereinbarungen zur Stärkung der österreichischen Beteiligung am Wiederaufbau.

1. Fast Track für österreichische Unternehmen bei Wiederaufbauprojekten

Mit einer Political Declaration of Intent wird das bestehende Wirtschafts-Rahmenabkommen aus dem Jahr 2022 erstmals operativ weiterentwickelt. Damit können österreichische Unternehmen künftig schneller und flexibler an Wiederaufbauprojekten teilnehmen.

Wesentliche Änderungen sind eine Öffnung des Abkommens für alle Wirtschaftssektoren; ein Ende der bisherigen Beschränkung auf drei konkrete Gesundheitsprojekte; die Einrichtung einer Joint Working Group zur laufenden Identifikation neuer Projekte; sowie der Aufbau einer dynamischen Projektpipeline statt einer fixen Projektliste.

2. Kooperation bei Infrastruktur und Wohnbau

Eine zweite Vereinbarung betrifft die Zusammenarbeit beim Wiederaufbau von Straßen, Infrastruktur und Wohnraum. Der Bedarf in diesen Bereichen ist besonders groß (Transportinfrastruktur rund 96 Milliarden USD, Wohnbau rund 90 Milliarden USD). Gerade in diesen Bereichen verfügen österreichische Unternehmen über internationale Spitzenkompetenz.

3. Energiepartnerschaft für eine energieunabhängigere Zukunft

Die dritte Vereinbarung betrifft eine Energiepartnerschaft im Bereich erneuerbarer Energie und Wasserstoff. Zentrale Ziele der Kooperation sind: Aufbau von Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff, Entwicklung von Transport- und Speicherinfrastruktur, stärkere Integration der Ukraine in den europäischen Energiemarkt, Kooperation entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.03.2026, 11:17
Jetzt E-Paper lesen